*
  Daniel Druskat
 



Daniel Druskat - Die komplette Serie




Inhalt
Daniel Druskat, angesehener und überzeugter Genosse sowie Vorsitzender der Landwirtschaftlichen Produktionsgenossenschaft Altenstein wird verhaftet. Doch was hat er sich zuschulden kommen lassen? Seine halbwüchsige Tochter Anja sucht Antwort bei Max Stephan. Er ist sowohl ein langjähriger Freund Druskats, als auch sein erbitterter Rivale. Zwischen Stephan, Vorsitzender im Nachbardorf und Druskat war es erst vor einigen Monaten wieder zu einer offenen Konfrontation gekommen.


Anbieter: ICESTORM

Genre: Tv-Serie,

FSK: 6

Laufzeit: 435 min.

Medien-Typ:  3 & DVD9

Verpackung: Keep Case

 

Bildbewertung
Das mit Firmensitz in Berlin beheimatete Label "ICESTORM", als Inhaber der exklusiven Verwertungsrechte aller DEFA-Filmproduktionen, hat sich mit seinen Veröffentlichungen von Film-und Serienproduktionen der ehemaligen DDR einen verdient guten Namen und Ruf in diesem Genre gemacht.

Abermals kommt nun in der erfolgreichen Zusammenarbeit mit der "Telepool", ein weiteres wahres Schmuckstück vergangener Fernsehtage in der Reihe "DDR-Archiv", mit der fünfteiligen Serie "Daniel Druskat" zur Veröffentlichung auf DVD.                

Kein Geringerer wie Helmut Sakowski (1924-2005), lieferte mit seinem Buch die Vorlage für die im Jahre 1976 in neun Monaten abgedrehte Produktion. Schon für den im Jahre 1968 entstandenen überaus erfolgreichen Fünfteiler "Wege übers Land", lieferte Helmut Sakowski die Romanvorlage und hatte mit am Drehbuch gearbeitet. Die Regiearbeit bei "Daniel Druskat" lag in den Händen von Lothar Bellag (1930-2001). Der durch seine zahlreichen Arbeiten vor allem für das Fernsehen der DDR sehr bekannte Schauspieler und Regisseur, hatte u.a auch die Regie bei so erfolgreichen Produktionen wie dem Vierteiler "Johann Sebastian Bach" (1984) oder auch bei der neunteiligen TV-Serie "Tiere machen Leute" (1988) inne, um hier nur zwei Beispiele seines umfangreichen Schaffens zu nennen.

Selbst bei vielen der ausgesprochenen Liebhaber und Freunde von Filmen und Serien aus der DDR ist "Daniel Druskat" nicht oder nur vom Namen her bekannt. Dies ist relativ einfach zu erklären, da der Fünfteiler aufgrund Manfred Krugs Ausreise aus der DDR im Jahr 1977, abgesehen von einer zweimaligen Ausstrahlung 1976, dann bis zum Dezember 1989 gar nicht mehr im Fernsehen der DDR gezeigt wurde.

Die fünfteilige Serie "Daniel Druskat" erzählt in einer unglaublich gelungen in die Tiefe gehenden Art über das Leben zweier Kontrahenten in Person von "Daniel Druskat" (Hilmar Thate) und "Max Stephan" (Manfred Krug), die zugleich aber eben auch Freunde sind, in einer über Jahrzehnte lang angelegten Geschichte und persönlichen Entwicklung der beiden und deren Umfeld. Den Anfang der gezeigten Ereignisse stellt die Verhaftung Daniel Druskat, des Vorsitzenden und überzeugten Genossen der landwirtschaftlichen Produktionsgenossenschaft in Altenstein da.

Nicht einmal die eigene Tochter "Anja" (Sabine Elsholz) kennt den Grund hierfür. So macht sie sich auf den Weg hin zu Max Stephan, dem Vorsitzenden im Nachbardorf Horbeck und zu vielen anderen Vertrauten und Weggefährten im bisherigen Leben ihres Vaters, um eine Antwort auf die sie quälende Frage nach dem "Warum" zu erhalten. Sie erfährt von den Bemühungen ihres Vaters mit der Nachbargemeinde eine leistungsstarke Kooperative zu bilden. Erkennt die unlauteren Methoden von Max Stephan, der nach dem Motto "Sozialismus muss jetzt Spaß machen", auch gerne mal gegen jegliche Form und Norm des fairen Miteinanders verstößt und selbst die Staatsführung an der Nase herumführt.

Immer tiefergehender wird ihr Wissen über Zeiten der Bodenreform, der Zwangskollektivierung der Bauern zur LPG. Aber auch die Geschichte über die Jugendliebe Druskats und die der späteren Frau Stephans, durch Ursula Karusseit gespielt, wie über ihre bereits verstorbene Mutter und die Geliebte ihres Vaters, erfährt "Anja" immer mehr Details.

Die Inszenierung bei "Daniel Druskat" zeigt sich in einer den Zuschauer fordernden, aber dafür als Meisterwerk anspruchsvoller und höchst gelungener Fernsehunterhaltung vergangener Tage, die bis heute vergleichbares sucht. Geradezu ein Genuss und Vergnügen ist neben der niveauvollen Serie selbst, hier auch das Spiel der allesamt so treffend und gelungen dargestellten vielen anderen Charaktere und Rollen zu nennen. Ich bin begeistert von einer Angelica Domröse als "Irene", Erika Pelikowsky als "Anna Preibisch" oder Käthe Reichel als "Ida" und einen Norbert Christian als "Gomolla". Um alle der so hervorragend aufspielenden Darsteller in dieser Produktion hier und an dieser Stelle zu nennen, reicht der Platz nicht aus. Aber das, was hier an darstellerischer Kunst und Können geboten wird, verschlägt einem beinahe den Atem vor Begeisterung und Ehrfurcht, vor der hier zu sehenden und erbrachten Leistung.

Mit einer vom veröffentlichenden Label "ICESTORM" angegebenen Gesamtlaufzeit von ca. 435 Minuten, präsentieren sich die fünf Folgen von den drei DVDs dieser Veröffentlichung im Bildformat 4:3 (1.33:1). Das doch recht betagte Filmmaterial, welches hier den Weg auf die DVDs gefunden hat, kann verständlicherweise seine über dreißig vergangenen Jahre seit seiner Entstehung nicht verleugnen.

Sicher bringt wohl ein jeder Verständnis auf, dass vom Bild her der Standard früherer Filmaufnahmen und Produktionen nicht der war, den wir heute doch sehr verwöhnten Konsumenten, von neueren Filmen kennen und erwarten. Aber hier muss das Bild wirklich schon als arg mitgenommen beschrieben werden. Sicher ein Grund für das recht schlechte Bild unterhalb des Niveaus einer alten Videokassette ist, das bei den damaligen Filmaufnahmen nur 16 mm Filmmaterial zum Einsatz kam. Bisweilen wirkt das gesamte Bild ob der fehlenden Schärfe und des Kontrast in ihm, einfach nur noch wie ein breiiger bunter Matsch mit höchst unnatürlich anmutenden Farben.

Verstärkt zu bemerkendes Bildrauschen, bis hin zu einem körnig erscheinenden Bild ist allgegenwärtig. Dennoch überwiegt, zumindest bei mir, die Freude nun endlich diese gelungene Serienproduktion der Siebziger auf DVD vorliegen zu haben.
 
Die DVD-Menüs bei dieser Veröffentlichung kommen wieder passend bereits zuvor veröffentlichter Boxen der Reihe "DDR-Archiv" zur Ansicht. Mit einigen stimmungsvollen Animationen und der im Hintergrund zu hörenden Titelmusik der Serie von Jens-Uwe Güther, sind die DVD-Menüs übersichtlich und einfach zu bedienen. Die Möglichkeit die Folgen einer DVD "am Stück", also hintereinander und ohne Unterbrechung abspielen zu können, besteht nicht. Ein Kapitelmenü kommt nicht zur Ansicht, jedoch sind die einzelnen Episoden in sich mit einigen Markern versehen. Von der dritten DVD werden einige Extras angeboten.

Neben einigen ICESTORM-Trailern verschiedener Genres, zu Veröffentlichungen innerhalb der Reihe "DDR-Archiv", findet sich noch ein höchst interessanter und ca. 41 Minuten laufender Beitrag, mit dem Titel "Wir machen einen Fernsehfilm", auf der dritten DVD dieser Veröffentlichung. Diesen 1976 durch das Fernsehen der DDR hergestellten Beitrag mit dem Untertitel "Arbeitsnotizen" versehenen Film würde man wohl heutzutage als ein "Making of" bezeichnen. Sehr spannend und unterhaltsam wird in dem überaus gelungenen Beitrag über die Produktion und Entstehung von "Daniel Druskat" berichtet. Hier kommen neben dem Autor und Regisseur, auch die Dramaturgin Helga Korff-Edel und der Kameramann Jürgen Heimlich sowie einige der Darsteller und noch andere, zu Wort. 

Tonwertung
Wie schon beim Bild machen sich leider auch hier beim Ton, die vergangenen Jahre seit Produktion der Serie in der Qualität des zu Gehör kommenden Tons von den DVDs der vorliegenden Box recht stark bemerkbar. Alle Episoden dieser Veröffentlichung finden sich im Tonformat Dolby Digital 2.0, in deutscher Sprachfassung, auf den drei DVDs der Box. Neben hin und wieder auftretenden Gleichlaufschwankungen während der Wiedergabe im Klang und der Lautstärke, kommt auch ein häufig zu bemerkendes verstärktes Grundrauschen und Knacken, wie von einer alten Schallplatte, zu Gehör. Die Verständlichkeit der Dialoge, ist leider so nicht immer in zufriedenstellendem Masse gegeben. Untertitel werden leider nicht angeboten.

Gesamturteil:
Der fünfteilige "Fernsehroman", wie er sich selber nennt, begeistert mit seiner anspruchsvoll erzählten und in Szene gesetzten Umsetzung der Romanvorlage des Autors Helmut Sakowskis unter der Regie von Lothar Bellag. Als geradezu ein Genuss und Vergnügen, ist neben der äußerst niveauvollen Serie selbst, hier auch das Spiel der allesamt so treffend und gelungen dargestellten vielen Charaktere und Rollen in dem Fünfteiler zu nennen. Für mich ein Meilenstein deutschen Fernsehschaffens und auch mit seinem dem Produktionsalter und Möglichkeiten der Siebziger entsprechenden, nicht immer zu hundert Prozent perfekten Bild und Ton, dennoch eine empfehlens- und beachtenswerte Veröffentlichung aus dem Hause "ICESTORM". 

Autor: Torsten


                                        
Ein ICESTORM Produkt      
                      
                           

 
  © 2007 - 2012