Inhalt
Der strenge und verschlossene Gustav Hartmann, genannt "Der eiserne Gustav", ist der letzte Berliner Droschkenkutscher. Ende der 1920er Jahre ist seine Zeit vorbei, da Pferdedroschken durch Automobil-Taxis ersetzt werden. Im droht Verarmung. Seine Familie will ihn entmündigen lassen. Da macht er sich auf zu einer letzten großen Fahrt, die ihn von Berlin nach Paris und zurück führt. Ein Reporter mit dem Riecher für eine große Story begleitet ihn, Gustav wird berühmt, kehrt im Triumphzug nach Berlin zurück und, ein sanfter und zugänglicher Mensch geworden, versöhnt sich mit seiner Familie.
Anbieter: inakustik GmbH
Genre: Tv-Serie,
FSK: 6
Laufzeit: 420 min.
Medien-Typ: 3 & DVD9
Bildformat(e): 16:9
Tonformat(e): Deutsch Dolby Digital 2.0 Mono
Verpackung: Keep Case
Bildbewertung: Mit der vorliegenden Dreier-DVD-Box mit der kompletten 7-teiligen Mini-Fernsehserie aus dem Jahre 1979, bringt das Label "INAKUSTIK" in Zusammenarbeit mit "ARD-Video" diese sehr gelungene und von vielen sehnsüchtig auf DVD erwartete Literaturverfilmung, nun endlich in die Veröffentlichung. Die Serie war eine Produktion des Südwestfunks Baden-Baden (SWF) und entstand in Zusammenarbeit mit dem SRG und der Taurus Film GmbH.
Als Romanvorlage für die Verfilmung diente der gleichnamige Roman "Der eiserne Gustav", aus dem Jahre 1938 von Hans Fallada (1893-1947). Viele weitere Werke Falladas wurden verfilmt und sind zum Teil auf DVD erhältlich, wie unter anderem "Der Trinker", "Ein Mann will nach oben" oder auch "Bauern, Bonzen und Bomben", um nur einige wenige Beispiele zu nennen. Einige Werke von Fallada wurden gleich mehrfach verfilmt, so wurde auch "Der eiserne Gustav" bereits viele Jahre vor Entstehung der auf dieser Veröffentlichung vorliegenden 7-teiligen Mini-Fernsehserie, im Jahre 1958 mit Heinz Rühmann in der Hauptrolle als Spielfilm verfilmt.
Während des Abspanns der sieben Folgen der Fernsehserie wird immer wieder darauf hingewiesen, dass alle Gestalten des Films einschließlich des Eisernen Gustafs, Geschöpfe der reinen Fantasie sind und Hans Fallada beim Schreiben der Geschichte sich nur von Berichten, die vor einem halben Jahrhundert in der Presse standen, anregen ließ. Dabei gab es den "Eisernen Gustav" und seine Geschichte wirklich und tatsächlich. Er hieß mit bürgerlichem Namen Gustav Hartmann und lebte von 1859-1938. Tatsächlich startete er auch am 02.04.1928 zusammen mit seinem Pferd "Grasmus" zu einer Protestkutschfahrt in Richtung Paris, mit der er gegen das Aussterben seines Gewerbes und die sich immer mehr ausbreitenden Automobile ein Zeichen setzen wollte. Er erreichte Paris mit seinem Pferdegespann am 04.Juni 1928. Anders wie in Falladas Roman war er kein strikter Gegner von Automobilen. Im Gegenteil, Gustav Hartmann selbst besaß, als er seine Fahrt nach Paris durchführte, schon selber eines.
Unter der Regie von Wolfgang Staudte (1906-1984), der unter anderem auch die Regie in Filmen wie "Der kleine Muck" 1953 oder bei "Die Mörder sind unter uns" 1946 sowie "Der Seewolf" 1971 inne hatte, entstand diese wunderbar inszenierte und gefühlvolle Serie um und über Gustav Hackendahl, den "Eisernen Gustav". Das Drehbuch schrieb Herbert Asmodi (1923-2007). Er schafft es, unter Einbeziehung der Vorlage von Fallada, ein klares Bild des Deutschlands jener Zeit von 1914 bis 1924 mit seiner zermürbenden Zeit während und in den Nachkriegsjahren des 1. Weltkrieges zu zeichnen. Gekonnt von Wolfgang Staudte in Szene gesetzt, sind vor allem auch die überzeugend spielenden Darsteller, neben einer dem Film höchst eigenen und gelungenen Ausstattung, die der Serie ihren großen Erfolg gleich bei der Erstausstrahlung vom August bis in den Oktober 1979 brachten. Bis heute unvergessene Namen und Schauspieler wie Gustav Knuth (1901-1987) in der Hauptrolle des Gustav Hackendahl oder Eva Brumby (1922-2002) in der Rolle seiner Frau, zeigen ihr Können und Talent, wie auch der hier noch junge Volker Lechtenbrink als Erich Hackendahl.
Das Bild von den DVD`s der Veröffentlichung zeigt sich mit dem Charme und eben auch Schwächen einer Produktion zum Ende der siebziger Jahre hin. Spurlos sind die vergangenen 30 Jahre seit der Produktion, nicht am Filmmaterial vorbei gegangen. Die Farben der Bilder zeigen, eine bei Produktionen dieser Zeit recht häufig zu sehende teilweise Überzeichnung in den Rot- und Brauntönen. Schärfe und Kontrast sind in ihren Einstellungen und ihrer Intensität nicht konstant und zeigen sich in guten bis zufriedenstellenden Werten während der Wiedergabe. Gleiches kann vom Bildrauschen gesagt werden, das sich mit wechselnder Intensität aber dabei wenig störend bemerkbar macht.
Für mich persönlich, stellen die verschmerzbaren Mängel im Bild kein wirkliches Problem da. Nicht jede ältere Filmaufnahme kann und muss komplett restauriert werden, um Freude an einem gut gemachten Film haben zu können. Über die auf den DVD`s angebotenen Menüs, besteht die Möglichkeit die Wiedergabe der einzelnen sieben, je ca. 55 Minuten laufenden Folgen, im Bildformat 4:3 zu starten. Gut gelungen ist, dass zu Anbeginn einer jeden Folge eine kurze Zusammenfassung des bisher Geschehenen in einer Art Rückblende kommentiert wird. Außer einigen Trailern für weitere Angebote und Veröffentlichungen aus dem Hause "INAKUSTIK" auf der dritten DVD dieser Box, finden sich keine weiteren Extras auf den DVD´s.
Tonbewertung: Ein zumeist gut verständlicher Ton im Dolby Digital 2.0 kommt von den DVD`s zu Gehör. Der Ton wirkt aufgrund seines Alters etwas flach und ihm fehlen des öfteren etwas die Höhen. Die Musik für die Serie stammt vom Komponisten und Autor Friedrich Scholz. Sehr schade, dass auf Untertitel, bei dieser sonst gelungenen DVD - Veröffentlichung, verzichtet wurde.
Gesamturteil: Endlich kommt diese gelungene und von vielen sehnsüchtig auf DVD erwartete Literaturverfilmung durch "INAKUSTIK" und "ARD-Video" zur Veröffentlichung. Die Geschichte des "Eisernen Gustav" mit allen ihren erschütternden und harten privaten Schicksalsschlägen, steht zugleich als Sinnbild für die zermürbende Zeit während und in den Nachkriegsjahren des 1. Weltkrieges. Kult auf DVD. Empfehlenswert!