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  GG 04: Siegfried Lenz Box 1
 

                                Dank der freundlichen Unterstützung von ARD Video 
           hier nun eine Rezension der DVD Box "GG 04: Siegfried Lenz Box 1".


     

Inhalt
"Deutschstunde" - 2 Teile
Der schwer erziehbare Siggi Jepsen, Insasse einer Jugendhaftanstalt, soll in den 50ern einen Aufsatz schreiben. Thema: die Freuden der Pflicht. Er denkt dabei sofort an seinen eigenen Vater. Als Polizeihauptwachmeister hat dieser seien Amtspflichten wührend der NS-Herrschaft mehr als ernst genommen und sogar die Freundschaft zu einem alten Freund geopfert. Siggi hat diesen als Kind in Schutz genommen - und muss nun dafür absitzen...
Laufzeit: 220 Min.



"Ein Kriegsende"
s/w
Gegen Ende des Zweiten Weltkriegs verlässt ein deutscher Minensucher seinen Liegeplatz an der dänischen Küste. Der Kommandant erhält den Befehl, Verwundete aus Kurland zu retten. Die Chancen bis dorthin lebend durchzukommen sind äußerst gering, denn östlich von Bornholm ist das Meer fest im Griff feindlicher Flugzeuge und U-Boote. Schließlich wird über Funk die Kapitualtion der Marine erklärt: Der Krieg ist so gut wie vorbei. Der Kommandant lässt sich jedoch nicht abhalten, seinen Auftrag dennoch auszuführen. Steuerfmann und Feuerwerker sind dagegen. Sie meutern. Flür sie wird das fatale und unmenschliche Folgen haben...
Laufzeit: 125 Min.



"So zärtlich war Suleyken" - 13 Kurzgeschichten
Mit Leichtigkeit erzält Lenz in "So zärtlich was Suleyken" von bemerkenswerten Menschen und Begebenheiten im fiktiven Dorf Suleyken: Hamilkar Schaß, der Großvater des Erzählers, hat endlich lesen gelernt. Nichts kann ihn mehr davon abhalten - nicht einmal drohende Lebensgefahr. Tante Arafa, ein korpulentes Energiebündel, möchte auf der Stelle ein Bad. Und das ganze Dorf feiert groß die Einweihung für eine Kleinbahn, die später kein Mensch benutzen wird...Laufzeit: 190 Min.


                        
                 
           

Anbieter: ARD Video

Genre: Tv-Film, Literaturverfilmung 

FSK: 12

Laufzeit: 530 min.

Medien-Typ: 4 & DVD9

Bildformat(e): 4:3 (1:33) Vollbild

Tonformat(e): Deutsch Dolby Digital 2.0 Mono

Regie: Peter Beauvais, Volker Vogeler,


Darsteller: Rüdiger Kirschstein, Michael Weckler, Arno Assmann, Edda Seippel

Verpackung: Digipak


      
       
         



Keinen Geringeren, wie dem wohl mit bekanntesten Schriftsteller der deutschen Nachkriegs- und Gegenwartsliteratur Herrn Siegfried Lenz, widmet sich diese DVD-Veröffentlichung aus dem Hause "ARD-Video" mit der Nummer 4 innerhalb der Reihe "Grosse Geschichten". Dabei trägt diese Box in der Produktbeschreibung, wohl schon in vorausschauender Weitsicht, nicht ohne Grund den Titel "BOX 1".

Die Mannigfaltigkeit des kreativen Schaffens von Siegfried Lenz ist so umfassend, dass es schier unmöglich ist, auch nur einen ungefähren Einblick in seine Arbeit auf nur einer DVD-Box mit vier DVD`s und einer Laufzeit von ca. 530 Minuten zu geben. Der Inhalt dieser DVD-Veröffentlichung, zeigt eine sehr überlegte und durchdachte Auswahl an Bild- und Tonzeugnissen der künstlerischen Arbeit von Herrn Siegfried Lenz, geprägt von einer kulturhistorisch hohen einzigartigen Relevanz und Bedeutung in jedem der einzelnen Werke auf den DVD`s. Gleich drei der mit bekanntesten und facettenreichsten Werke finden sich auf den DVD`s dieser Box.

Den Anfang macht, auf den ersten beiden DVD`s, die 1971 entstandene gleichnamige Verfilmung, seines im Jahre 1968 erschienenen Romans "Deutschstunde" unter der Regie von Peter Beauvais.

Die Verfilmung zeigt in zwei Teilen mit beeindruckenden Bildern in einer feinsinnigen und behutsamen Inszenierung die Aufarbeitung des Siggi Jepsen, der als Insasse in einer Jugendhaftanstalt ist, mit seiner Vergangenheit. Eine Strafarbeit bringt ihn dazu, sich schon fast unter krankhaften zu bezeichnenden Zwang, mit seinem bisherigen Leben zu beschäftigen und zu Papier zu bringen. Dabei bewältigt er den ehemals eskalierten Vater-Sohn-Konflikt genauso, wie er sich mit der Aufarbeitung der Geschehnisse und persönlichen Erfahrungen im nationalsozialistischen Alltag beschäftigt.

Das Bild bei diesem 220 Minuten laufenden Zweiteiler aus dem Jahre 1971 hat, sicher für jeden verständlich, nicht mehr die Qualität wie eine Produktion heutiger Zeit. Auch wenn die Farben der Bilder des öfteren eine tendenzielle Neigung hin zu Rot-und Blau-Tönen haben, wirken sie sonst noch recht kräftig. Schärfe und Kontrast befinden sich, gesehen am Alter der Produktion, in recht gutem Zustand. Verschmutzungen, Dropouts und Bildrauschen machen sich in wechselnder Intensität bemerkbar. Es wäre unangebracht und unsachlich, den Wert dieser Veröffentlichung an der Qualität der Bilder fest zu machen. Kann man mit den nun einmal der Zeit zu schuldenden kleinen Mängeln im Bild leben, erlebt man dafür eine einzigartig gelungene Verfilmung, eines äußerst interessanten und vielschichtigen Romans.

Mit "Ein Kriegsende" findet sich die Verfilmung einer Erzählung aus dem Jahre 1984 auf der DVD 3 dieser Veröffentlichung. Diese Verfilmung bringt in seiner Erzählform und mit den im Film behandelten Grundlagen der Geschichte, den Zuschauer unmittelbar dazu, sich mit seiner eigenen Gesinnung auseinander zu setzen. Der Film zeigt einen deutschen Minensucher, in den letzten Tagen des zweiten Weltkrieges, in der Ostsee. Als der Kommandant selbst nach der Kapitulation Deutschlands auf der Ausführung des ihm gestellten Auftrags besteht, wird er von der Besatzung unter Arrest gestellt. Die nun aufbrechenden Konflikte zwischen soldatischem Gehorsam und menschlicher Moral, zwischen Kriegsrecht und humanitärem Gewissen bilden entscheidende Bausteine in der Entwicklung dieser Erzählung.

Diese Produktion des NDR aus dem Jahre 1984, unter der Regie von Volker Vogeler, neigt leider zu sehr häufigen Laufspuren, Verschmutzungen und auch Dropouts nebst Rauschen im Bild. Das Bild wirkt sehr unruhig und lässt dadurch die Schärfe und den Kontrast etwas schwach wirken. Die Bilder im Schwarz-Weiß sind von der Technik und der Perspektive der Kamera her gelungen. Leider hat hier "der Zahn der Zeit" schon mächtig am Filmmaterial genagt. Dennoch inhaltlich wirklich sehenswert. Neben dem ca. 80 Minuten laufenden Hauptfilm, befindet sich auf dieser DVD noch ein ca. 44 Minuten dauerndes Portrait über Siegfried Lenz und sein Wirken und Leben.

Auf DVD 4 finden sich die unter der Regie von Alfred Mensak enstandenen Kurzgeschichten mit dem Titel "So zärtlich war Suleyken". Das besondere an dieser Verfilmung ist, dass der Autor selbst vor der Kamera sitzt und 13 seiner Geschichten liest. Dabei werden diese durch eingefügte Spielszenen und bebilderte Grafiken ausgeschmückt.  Mit diesen Kurzgeschichten spricht Siegfried Lenz seiner Heimat in seiner ganz persönlichen, höchst humorvollen und liebenswürdigen Art seine Zuneigung und Liebe aus. Die Vorlage für diese Produktion von 1971 stammt aus dem 1955 verlegten Buch mit Kurzgeschichten unter dem Titel "So zärtlich war Suleyken". Hier fallen die etwas übersättigten und überzeichneten Farben auf. Schärfe und Kontrast sind der vergangenen Zeit seit der Produktion im Jahre 1971 entsprechend und von akzeptabler Qualität.


 

 

Tonbewertung
Bei allen drei Werken auf dieser DVD-Veröffentlichung gibt es einen Dolby Digital 2.0 Mono-Ton zu hören. Bedingt durch das hohe Alter und der damaligen technischen Möglichkeiten, hat der Ton einige kleinere Mängel, die sich zumeist durch in seiner Intensität wechselndes Rauschen im Ton bemerkbar machen. Dennoch bleibt die Verständlichkeit der Dialoge während der ca. 530 Minuten Laufzeit dieser DVD-Box zumeist gut gegeben. Untertitel gibt es keine auf den DVD`s.


Gesamturteil:
Ein Querschnitt anspruchsvoller Werke aus der Feder von Siegfried Lenz, in einer Veröffentlichung durch "ARD-Video", in der dafür mehr als nur passend gewählten Reihe "Grosse Geschichten".

Autor: Torsten

      

     
            
    


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