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  GG 07: König der letzten Tage
 

                                Dank der freundlichen Unterstützung von ARD Video 
        hier nun eine Rezension der DVD Box "GG 07: König der letzten Tage".


     

Inhalt
Münster im Jahr 1534. Sebastian Kien ist ein Vagant und Possenreißer, der mit List das Leben von Engele Kerkerinck, einer jungen Frau, rettet, die zum Tode durch Erhängen verurteilt wurde. Da ihre gesamte Familie zuvor erhängt worden ist, bleibt sie zunächst bei Sebastian, der ihr neuen mut zum leben schenkt. Engele will jedoch nach Münster, wo Jan van Leyden predigt, ein ehemaliger Bordellwirt und Weggefährte Sebastians. Er ist zu einem Anführer der Täuferbewegung geworden, die viele Anhänger sowohl unter der katholischen als auch protestantischen Bevölkerung - insbesondere unter den Frauen - gefunden hat.

Es entsteht ein Machtkampf zwischen Kirche, Adel und Bürgern, der in einer langen Belagerung der Stadt Münster durch den forstbischöflichen Landesherren Frank von Waldeck endet.

                            
                        

Anbieter: ARD Video

Genre: Tv-Film, Literaturverfilmung 

FSK: 12

Laufzeit: 200 min.

Medien-Typ: 2 & DVD9

Bildformat(e): 4:3 (1:33) Vollbild

Tonformat(e): Deutsch Dolby Digital 2.0 Stereo

Regie: Tom Toelle


Darsteller: Christoph Waltz, Mario Adorf, Omero Antonutti, Vlastimil Bedrna, Deborah Kaufmann u.v.m.

Verpackung: Digipak


        
         
           
             



Mit dem "König der letzten Tage" erscheint in der Reihe "Grosse Geschichten" ein beeindruckender zweiteiliger Historienfilm, der im Jahre 1993 im Auftrag des ZDF, ORF, SRG und Antena 3 durch "ZweiteUnitel West Film und RCS" produziert wurde. In beeindruckenden Bildern schildern die beiden Filme die Zeit im Münsterland des Jahres 1534 innerhalb des Täufertums, vertreten durch die "Münsterschen Täufer". Die Handlung der Geschichte spielt sich größtenteils auf dem Schauplatz des Wiedertäuferreichs in Münster ab. Drehorte und Produktionsland befanden sich außer in Deutschland auch in Tschechien.

Regisseur Tom Toelle (1931-2006) zeigt in großen Bildern das Gesicht dieser Zeit, in seinem religiösen Wahn und dem apokalyptischen Verfall menschlicher und moralischer Wertvorstellungen, in einem sich auf das Ende seiner Zeit hin bewegenden Mittelalters. Tom Toelle war nicht nur ein herausragender Regisseur, er schrieb auch zu zahlreichen seiner Filme selber die Drehbücher bzw. wirkte als Co-Autor daran mit. Im Jahre 1995 drehte er mit Harald Juhnke, den für Juhnke letzten Fernsehfilm "Der Trinker" nach dem Buch von Hans Fallada.

Das Drehbuch für den "König der letzten Tage" stammt aus der Feder von Manfred Purzer, der sich nicht nur als Drehbuchautor, sondern auch Regisseur einen Namen machte. Er schrieb einige Drehbücher zu Werken des Erfolgsschriftstellers Johannes Mario Simmel (1924-2009). Zu den wohl mit bekanntesten Werken, zu denen Manfred Purzer die Drehbücher schrieb, zählen unter anderem " Alle Menschen werden Brüder" und die Verfilmung von "Lili Marleen" durch Rainer Werner Fassbinder (1945-1982).

Die Produktionsleitung lag in den Händen von Rolf M. Degener. Eine hervorragende Kameraarbeit wurde bei dieser Produktion durch den niederländischen Kameramann Theo Bierkens geleistet. Er schafft es, der packenden Geschichte, die auf historisch belegten Fakten beruht, sich aber auch fiktiver Elemente bedient, ein Gesicht und eine bildgewaltige Sprache zu verleihen.

                                

Die Besetzung aller Rollen, bis in die Kleinste hinein, wurde sehr sorgfältig und hochkarätig und vor allem passend gewählt. So entstand in der Konstellation aller Darsteller dieses Schauspielerensembles, eine in sich noch selber wechselwirkende, das Spiel in seiner Darstellung und Aussage noch steigende Kraft. Erwähnenswert unter anderem Christoph Waltz (Der Tanz mit dem Teufel, Du bist nicht allein – Die Roy Black Story) als Jan van Leyden und Mario Adorf (Der große Bellheim, Die Affäre Semmeling) als Fürstbischof Franz von Waldeck.

                                     

Die Bilder im Format 16:9 Widescreen kommen in der für eine TV-Produktion aus dem Jahre 1993 zu erwartenden recht guten Qualität während der ca.180 Minuten Laufzeit zur Ansicht. Die Farben wirken natürlich und in ihrer Wirkung nie aufdringlich oder überzeichnet. Schärfe und Kontrast zeigen sich in ihren Einstellungen in mittleren gut gewählten Bereichen. Ein wenig schwach ausgeprägt wirkt zum Teil die Konturenschärfe, besonders bei schnelleren Bewegungen innerhalb einer Aufnahme. Unauffällig und nur minimal ausgeprägt, fällt das nur selten vorhandene leichte Bildrauschen, beim Betrachten der beiden DVD`s dieser Veröffentlichung auf. Das Bild in seiner Wirkung und Qualität von dieser DVD-Veröffentlichung durch "ARD-VIDEO" betrachtet, kann überzeugen und als gut gelungen bezeichnet werden.

                              

Stimmungsvoll und passend zum Film gestaltete DVD-Menüs ermöglichen in ihrer funktionalen Art das Abrufen aller auf den beiden DVD`s vorhandener Optionen und Möglichkeiten. Als Extras finden sich auf dieser Veröffentlichung ein ca. 2:40 Minuten laufender Drehbericht, sowie ein ca. 7 Minuten dauerndes Interview mit dem Regisseur Tom Toelle. Eine Trailershow informiert über weitere Filme auf DVD.

Tonbewertung
Einen als sehr gelungen zu bezeichnenden Dolby Digital 2.0 Ton, bringen die beiden DVD`s dieser Veröffentlichung zu Gehör. Dabei fällt das räumlich gut ausbalancierte und stimmungsvoll gemischte Klangbild mit seinen zahlreichen, die Filmhandlung unterstützenden Tönen, neben den Dialogen äußerst positiv auf. Die Verständlichkeit der Dialoge ist zu jeder Zeit gegeben und kein Rauschen oder sonstige Mängel mindern die Qualität im Ton. Ein wahres Highlight und im Film höchst effizient zum Einsatz gebrachtes Mittel, ist die Filmmusik von Wojciech Kilar. Er zeichnete bereits für die Musik in Roman Polański "Die neun Pforten" oder auch in Francis Ford Coppola`s Verfilmung von "Bram Stoker’s Dracula" verantwortlich, um hier nur zwei Beispiele zu nennen.

 


Gesamturteil:
Eine wahrlich passende Veröffentlichung in der Reihe "Grosse Geschichten" kommt mit "König der letzten Tage" durch "ARD-Video" hier zur Veröffentlichung. Das auch noch in gelungener Qualität bei Bild und Ton mit einigen netten Extras. Hier wird "Grosse Geschichte" erzählt, die es schafft spannend zu unterhalten, ohne auch nur eine Minute während der gesamten Laufzeit langatmig zu werden. Sehr zu empfehlen.

Autor: Torsten

      

      
            
      


                                                    Ein ARD Video Produkt.
                                           
                             

 
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