Dank der freundlichen Unterstützung von ARD Video hier nun eine Rezension der DVD Box "GG 13: Ringstraßenpalais".
Inhalt Wien, 1867: Nach der Niederlage von Königgrätz ist das österreichische Kaiserhaus geschwächt. Dennoch beginnt in Wien die Wirtschaftsblüte. An der Börse werden Millionengewinne gemacht, neureiche Industrielle steigen zur Geldaristokratie auf. Einer von ihnen ist Eduard Baumann: Vom Leinenweber arbeitet er sich zum Textilfabrikanten empor und wird schließlich vom Kaiser zum Baron ernannt. Sein Haus baut der Millionär in der gerade entstehenden Ringstraße, wo die Neureichen ihre Macht in glanzvollen Prachtbauten zum Ausdruck bringen. Die in finanziellen Schwierigkeiten steckende Adelsfamilie Artenberg heiratet in die Industriellenfamilie ein.
Das Ringstraßenpalais erzählt vom Aufstieg und Fall der Familie Baumann und Artenberg, wie vier Generationen im Laufe der Zeit um ihr Überleben kämpfen müssen. Das Schicksal der Familie ist sinnbildlich für die Geschichte Österreichs.
Anbieter: ARD Video
Genre: Tv-Film, Literaturverfilmung
FSK: 12
Laufzeit: 1350 min.
Medien-Typ: 8 & DVD9
Bildformat(e): 4:3 (1:33) Vollbild
Tonformat(e): Deutsch Dolby Digital 2.0 Mono
Regie: Rudolf Nußgruber
Darsteller: Klaus Wildbolz, Heinrich Schweiger, Marianne Nentwich
Verpackung: Digipak
Mit der Box 13 in der Reihe "Grosse Geschichten" veröffentlicht "ARD-VIDEO" auf 8 DVD`s die komplette TV-Serie "Ringstrassen-Palais" mit ihren drei Staffeln. Die Produktion dieser Reihe erfolgte in Zusammenarbeit vom ORF mit dem ZDF in den Jahren von 1980 bis 1986. Drehort vieler Szenen war das "Palais Schey", welches in Wien zwischen der Staatsoper und dem Burggarten steht.
Die Serie zeigt über einen Zeitraum von gut 100 Jahren die Geschichte der Familien Artenberg und Baumann. In der interessanten und facettenreichen Wiener Familiengeschichte werden, mit passend geschriebenen Drehbüchern und einer gut durchdachten Inszenierung, immer wieder reale historische Geschehnisse und die Ereignisse jener Zeit mit eingebracht. So schaffen es die Geschichten der Episoden dieser Reihe, auch zugleich ein Abbild der Entwicklung und der geschichtlichen Ereignisse, mit Beginn der Handlung im Jahre 1867 bis in die Achtziger des Österreichs jener Zeit, in lebendigen Bildern zu zeigen. Ein einzigartiges, höchst detailliertes gesellschaftshistorisches Abbild ist so entstanden und macht somit einen großen Reiz dieser Serie aus.
Die Idee zum Ringstraßenpalais stammt von Hellmut Andics (1922-1998), der sich vor allem als österreichischer Journalist, Publizist und Drehbuchautor einen Namen machte. Er war aber unter anderem auch in den Jahren von 1982 bis 1986 Intendant des ORF – Landesstudio-Burgenland, aber auch als Redakteur beim "Neuen Ö." und der "Presse" in seiner beruflichen Laufbahn tätig.
Für die Produktion zeichnete Rudolf Nussgruber verantwortlich. Zu seinen bekannten Werken zählen Verfilmungen wie "Spuk in Felixburg", "Das bin ich" oder auch "Der Schuft, der den Münchhausen schrieb".
Die erste Episode der Reihe wurde am 21. März 1981 im ORF und ZDF gezeigt. Eine Besonderheit der Reihe ist, dass die Produktion der dritten Staffel erst einige Jahre nach dem Ende der zweiten Staffel begonnen wurde. Es gelingt aber sehr geschickt mit dem Inhalt der dritten Staffel fast nahtlos an die zweite anzuknüpfen. Durch eine äußerst gelungene Geschichte und deren Erzählweise, gelingt es, unter Einbeziehung der gleichen Schauspieler und Rollennamen, ein in sich geschlossenes und zur Serie passendes stimmiges Ende der Reihe zu finden.
Bei Wiederholungen der Reihe im TV wurden die ursprünglich 90 Minuten dauernden Folgen, des öfteren auf zwei Folgen mit 45 Minuten Laufzeit geteilt. Auf der hier vorliegenden DVD-Veröffentlichung befinden sich 15 Folgen mit einer Laufzeit von ca. je 90 Minuten pro Folge. So ergibt sich eine Gesamtlaufzeit von ca. 1350 Minuten für die DVD-Box.
Ein Namhaftes, sowie höchst talentiert agierendes Schauspielerensemble verleiht den Episoden sehr viel Lebendigkeit und Authensität in seiner Ausstrahlung. Genannt sein da nur zwei Namen von vielen hervorragenden Mimen wie Heinrich Schweiger als Eduard Baumann oder Marianne Nentwich in der Rolle der Johanna Baumann.
Einfache und übersichtlich gestaltete DVD-Menüs ermöglichen ein problemloses Starten der einzelnen Episoden. Extras gibt es keine auf den DVD`s dieser Veröffentlichung. Das Bild zeigt sich im Format 4:3 und von guter und akzeptabler Bildqualität. Dabei entspricht das Bild auf den DVD`s dem der Sendungen im TV. Tendenziell fällt auf, dass sich die Qualität im Bild mit fortlaufendem Episodenlauf noch etwas verbessert. Aber auch bereits die ersten Folgen überzeugen, vor allen mit den natürlichen, zumeist kräftigen Farben. Schärfe und Kontrast zeigen sich meist in guten, mittleren Werten. Bei den Folgen der ersten und zweiten Staffel zeigt sich ab und an ein leichtes Rauschen und eine gewisse "Grobkörnigkeit" im Bild, was aber in Angesicht des Produktionsalters und der damaligen technischen Möglichkeiten kein wirklicher Kritikpunkt ist.
Tonbewertung: Ein gut verständlicher Dolby Digital 2.0-Ton in deutscher Sprache wird von den DVD`s zu Gehör gebracht. Dabei fallen keine größeren Mängel beim Ton auf. Das Grundrauschen im Ton hält sich erstaunlich für das Produktionsalter zurück und fällt nur minimal auf, ohne zu stören.Für die Musik in der Reihe zeichnet der österreichische Komponist und Geiger Toni Stricker verantwortlich. Er hat es geschafft, mit seinen stimmungsvollen sehr passend eingesetzten Musikstücken, die Produktion positiv mit zu gestalten. Leider fehlen Untertitel für Hörgeschädigte oder Gehörlose bei dieser Veröffentlichung.
Gesamturteil:
Diese Veröffentlichung durch "ARD-Video" zeigt das authentische Geschichtsbild von Wien mit Beginn der Geschichte im Jahre 1867, unter Verwendung einer spannenden und historisch wertvollen Familiensaga. Hervorragende Besetzung und Inszenierung, die diese Serie zu einer wahrhaft "Grossen Geschichte" macht.