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  GG 28: Rauch
 

                            Dank der freundlichen Unterstützung von ARD Video 
                    hier nun eine Rezension der DVD Box "GG 28: Rauch".


   

Inhalt

Im Jahr 1862 hat der russische Gutsbesitzer Litwinow mit seiner Verlobten Tatjana vereinbart, dass man sich im deutschen Kurort Baden-Baden trifft. Überraschend kommt es dort zu einem Wiedersehen Litwinows mit seiner Jugendliebe Irina, die mittlerweile mit einem General verheiratet ist. Von Irinas ungebrochenem Charme betört, löst er seine Verlobung mit Tatjana in der Hoffnung, dass Irina mit ihm gemeinsam nach Russland zurückkehren wird. 
  
                             

Anbieter: ARD Video

Genre: Tv-Film, Literaturverfilmung 

FSK: o.A.

Laufzeit: 180 min.

Medien-Typ: 2 & DVD9

Bildformat(e): 4:3 (1:33) Vollbild

Tonformat(e): Deutsch Dolby Digital 2.0 Mono                          

Regie: Ajan Schachmaliewa

Darsteller: Larisa Menschowa, Wladislaw Wetrow, Alexander Romanzow, Stanislaw Ljubschin

Verpackung: Digipak


        
         
          
           
            


                                                                     

 
                                


Bildbewertung:
Schon viele unvergessliche Stunden, voller faszinierender Momente und Augenblicke, habe ich bereits mit der DVD-Edition "Grosse Geschichten" erlebt. Nun also kommt mit der Literaturverfilmung von Iwan S. Turgenjews Roman "Rauch" die mittlerweile bereits achtundzwanzigste Veröffentlichung, innerhalb dieser Reihe, auf den Markt. Der 1867 durch Iwan S. Turgenjews (1818-1883) verfasste Roman "Rauch", ist einer von sechs im Laufe seines Lebens geschriebenen. Dem in Russland geborenen Turgenjew spricht man einen immensen Einfluss in Bezug auf die Entwicklung und Manifestation der russischen Literatur zu. Viele seiner Werke sind von melancholischen Zügen mit einem in sich oft schon lyrisch geradezu verklärten und gefühlvoll betonten Stil geprägt. 

                               

Auch die hier vorliegende zweiteilige Literaturverfilmung ist deutlich spürbar von dieser geprägten Ausrichtung im Schreibstil Turgenjews beeinflusst. Turgenjew, der aus wohlhabenden Verhältnissen stammt, wurde in seinem künstlerischen Schaffen von zahlreichen äußeren Faktoren beeinflusst. So hatte er bereits als junger Mann seinen Lebensmittelpunkt aus Russland heraus verlegt. Länder wie Deutschland, Frankreich oder auch England waren fortan sein privates wie auch künstlerisches Daheim. In vielen seiner Werke beschäftigte er sich kritisch mit  tendenziellen Entwicklungen und der Darstellung sozialer Lebensumstände minderbemittelter Bevölkerungsschichten in Russland. Hierbei fanden die Fünfziger bis hin zu den siebziger Jahren des achtzehnten Jahrhunderts seine ganz besondere Beachtung.

In dem Roman "Rauch" spiegeln sich deutlich erlebbar Spuren seiner persönlich gemachten Erfahrungen und Lebensumstände wieder. Auch Turgenjew verbrachte mehrere Jahre seines Lebens in Baden-Baden, wohin es in der hier zu erlebenden Verfilmung auch den jungen Gutsbesitzer "Litvinow" (Wladislaw Wetrow), nach dem Ende seines Studiums 1862, hin auf den Weg nach Russland, verschlägt. Eigentlich will er sich in Baden-Baden mit seiner Verlobten "Tanja" (Oksana Kirjuschtschenko), die ihr Kommen zusammen mit ihrer Tante (Alla Meschtscherjakowa) für demnächst angekündigt hat, treffen. Doch noch bevor "Tanja" in Baden-Baden eintrifft, begegnet "Litvinow" seiner alten Jugendliebe "Irina" (Larisa Menschowa).

 

Diese hatte vor zehn Jahren ihre Beziehung zu "Litvinow" beendet, um durch eine Geldheirat ihre Familie vor dem sicheren Ruin zu bewahren. Obwohl "Irina", verheiratet mit General "Ratmirow" (Alexander Romanzow) gut situiert ist und nur in den allerbesten Kreisen verkehrt, erwacht die alte Liebe zwischen ihr und "Litvinow" zu neuem Leben. Mit ihrer Liebesbeziehung zu "Litvinow" läuft "Irina" aber Gefahr ihr aristokratisches und im Mittelpunkt der Gesellschaft stehendes äußerst angenehmes und luxuriöses jetziges Dasein zu verlieren. Nur in "Potugin" (Stanislaw Ljubschin) findet sie einen Vertrauten. Auch "Litvinow" findet mit der Zeit in "Potugin" einen beratenden väterlichen Freund.

Hat die neu erwachte Liebe zwischen "Litvinow" und "Irina" eine Chance auf Beständigkeit? Wird "Irina" auf ihre hohe gesellschaftliche Stellung und die damit verbundenen Annehmlichkeiten für den Erhalt ihrer Liebe zu "Litvinow" verzichten? Wie wird wohl "Litvinows" Verlobte "Tanja" reagieren, wenn sie von "Irina" erfährt?

Die in einer Produktion in Zusammenarbeit von Petropol/Lenfilm mit dem Südwestfunk Baden-Baden und der "Polyphon" entstandene Literaturverfilmung fiel mitten hinein in die Zeiten von Perestroika und politischen Wechseln in Russland. Der sich anbahnende Zusammenbruch und Machtwechsel machte es der Regisseurin von "Rauch", der ambitionierten Ajan Schachmaliewa, nun nicht eben gerade leicht ihr Filmprojekt zu verwirklichen. Dennoch gelingt es ihr hier bei "Rauch" geradezu meisterhaft, den ganz besonderen Schreibstil Turgenjews, mit dessen schon beinahe melodiösen Sätzen voller stilistischer Feinheiten im Film aufzuzeigen und umzusetzen.

 

Mit einer laut veröffentlichendem Label angegebenen Gesamtlaufzeit von 180 Minuten und im Format 4:3 zeigt sich das Bild von den beiden hier vorliegenden DVDs. Ein Hinweis auf eine digitale Restauration findet sich weder auf dem Cover, noch lässt sich eine solche bei dem zur Ansicht kommenden Bild dieser Veröffentlichung vermuten. Einen Gesamteindruck in Bezug zur Bildqualität abzugeben ist nicht einfach. So machen sich zb. bei den Innen- und Außenaufnahmen zum Teil schon gravierende Unterschiede bemerkbar. Außerdem erwecken einige der Innenaufnahmen den Eindruck, wie wissentlich durch den Einsatz von speziellen Filtern und Lichtverhältnissen als stilistisches Mittel verfremdet worden zu sein. Hin und wieder machen sich einige Unruhen und mechanische Beschädigungen im Bild bemerkbar.

Im Stil bereits vorhergehender erfolgter Veröffentlichungen anderer Produktionen innerhalb der Filmreihe "Grosse Geschichten", präsentiert sich das übersichtlich und gut zu bedienende DVD-Menü der beiden vorliegenden DVDs in seiner Gestaltung. Es ermöglicht einen einfachen Filmstart sowie das Aufrufen und Nutzen einer sich separat öffnenden "Kapitelauswahl". Die DVD-Menüs sind zum Teil mit Animationen und einigen Soundeffekten gestaltet. Neben einer Trailershow zu weiteren Veröffentlichungen durch das "Studio Hamburg", finden sich keine weiteren Extras auf den beiden DVDs dieser Veröffentlichung.
 
Sehr gelungen präsentiert sich die DVD-Box in ihrer Art und Gestaltung. Hier hat man sich wirklich Mühe gegeben und präsentiert die beiden DVDs dieser Veröffentlichung einzeln gelagert und entnehmbar in einem schmucken, aus Hartpapier gefertigten, aufklappbaren Digipack in Buchform. In der Mitte der Box findet sich ein fest integriertes zwölf Seiten umfassendes Booklet mit einigen interessanten Informationen. So gibt es u.a. eine kurze Beschreibung zum Inhalt der Literaturverfilmung sowie Informationen zu Hintergründen der Entstehung selbiger zu lesen. Neben der Vorstellung des Autors Iwan Sergejewitsch Turgenjew finden sich noch die Namen von Darstellern, wie auch die der an der Produktion Beteiligter im Booklet. Die Vorstellung weiterer veröffentlichter DVDs innerhalb der Edition "Grosse Geschichten", bilden den Abschluss des Booklets.

 

Tonbewertung:
Ein in seinen Dialogen zumeist recht gut verständlicher deutscher Ton im Format Dolby Digital 2.0 Mono, kommt von den beiden DVDs der vorliegenden Veröffentlichung zu Gehör. Der Ton von den DVDs dieser Veröffentlichung präsentiert sich in zu akzeptierender Qualität ohne größere Auffälligkeiten. Die deutsche Bearbeitung beim Ton erfolgte durch das "Studio Funk" in Hamburg, nach dem Buch und unter der Regie von Rainer Gerlach. Die verträumt melancholische Klaviermusik bei dieser Literaturverfilmung stammt von Vadim Bibergarn. Untertitel für Hörgeschädigte oder Gehörlose werden von den DVDs dieser Veröffentlichung leider nicht angeboten.

Gesamturteil:
Erneut bringt das "Studio Hamburg" unter dem Vertrieb von "AL!VE" mit dem Zweiteiler "Rauch" eine beachtenswerte und gelungene Literaturverfilmung innerhalb der Reihe "Grosse Geschichten" zur Veröffentlichung. Der ganz besondere Schreibstil der literarischen Vorlage von Iwan S. Turgenjews und die so gelungene Inszenierung und Umsetzung dieser in dem hier zu erlebenden Zweiteiler durch die Regisseurin Ajan Schachmaliewa, sind etwas ganz Besonderes. Ohne Übertreibung eben passend zur Edition "Grosse Geschichten".

Autor: Torsten




         

            


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