Im Angesicht des Verbrechens - Die komplette MIni-Serie
Inhalt
In Berlin herrscht Krieg. Banden der Russenmafia liefern sich in Berlins Unterwelt einen Kampf um die Vorherrschaft im Menschen- und illegalen Zigarettenhandel. Die beiden jungen Polizisten Sven Lottner und Marek Gorsky wollen die Drahtzieher hinter Gitter bringen. Doch Marek, Sohn baltisch-jüdischer Einwanderer, steht bald zwischen den Fronten. Sein Bruder ist vor Jahren von der Russenmafia ermordert worden, seine Schwester Stella mit einem Mafiaboss verheiratet.
Anbieter: Ascot Elite Home Entertainment
Genre: Tv-Serie,
FSK: 16
Laufzeit: 488 min.
Medien-Typ: 4 & DVD9
Verpackung: Digipak
Bildbewertung Mit dem kompletten zehnteiligen Serien-Event "Im Angesicht des Verbrechens" kommt von der hier vorliegenden Box ein sowohl von Kritik wie auch Publikum begeistert aufgenommener Mehrteiler zur Veröffentlichung. Die hochkarätig mit Darstellern wie Max Riemelt und Misel Maticevic, Ronald Zehrfeld wie auch Marie Bäumer u.v.a. mehr besetzte Serie spielt in der von ihr spannungsgeladen erzählten Geschichte mittendrin im Herzen von Berlin. Es geht um Machtkämpfe und Vorherrschaftsansprüche der Russenmafia. Um Zigarettenschmuggel und Prostitution. Eben um das allgegenwärtige und nahezu perfekt organisierte Verbrechen und Treiben der Unterwelt, welches sich als Bestandteil zwischenzeitlich fest inmitten unter uns manifestiert hat.
Dem Kampf, gegen diesen Sumpf des Verbrechens und der immer weiter ausufernden Kriminalität inmitten Berlins, stellen sich die beiden jungen Polizisten "Marek Gorsky" (Max Riemelt) und "Sven Lottner" (Ronald Zehrfeld). Bei diesem bisweilen schon fast aussichtslos erscheinenden Unterfangen steht Polizist "Marek", als Sohn baltisch-jüdischer Einwanderer selbst inmitten eines tiefen Gewissenskonflikts, der ihn immer wieder und mehr zwischen die Fronten treibt. Dessen eigener Bruder fiel einem Mordkomplott der Russenmafia zum Opfer und seine Schwester "Stella" (Maria Bäumer) ist mit einem Mafiaboss (Misel Maticevic) verheiratet. Nach der Festnahme des russischen Profi-Killers "Sokolov" (Georgii Povolotskyi), werden "Marek" und "Sven" weg von ihrer bisherigen Tätigkeit bei der Bereitschaftspolizei, hin zum LKA versetzt. Nun sind sie noch unmittelbarer und dichter am pulsierenden Herz der organisierten Kriminalität inmitten Berlins.
Regisseur Dominik Graf gelingt es geradezu meisterhaft, die in sich weitläufig verwobene und sich die Zeit für Details nehmende, nach den Büchern von Rolf Basedow in diesem Mehrteiler erzählte Geschichte, aufzuzeigen. Vorbehaltlos kann man hier von ganz großem Heimkino sprechen, welches sich an Produktionen internationalen Standards messen lassen kann. Dabei scheue ich den Vergleich mit anderen sich inhaltlich mit ähnlich gelagerten Themengebieten befassenden Produktionen ganz bewusst. Dafür präsentiert und zeigt sich die hier im Auftrag des WDR in Zusammenarbeit mit "arte" durch die "Typhoon" produzierte Serie trotz aller Fiktion und inszenierten Dramatik in sich als, im positiven Sinne, beinahe schon zu glaubhaft und authentisch mit der Berliner Szenerie verwurzelt.
Dabei war es vom Drehbeginn bis hin zur Premiere der Produktion während der Berlinale 2010 ein schwieriger und langer Weg. Die ARD, welche sich gerne mit den mittlerweile für die Reihe erhaltenen zahlreichen Ehrungen schmückt und in der Öffentlichkeit präsentiert, war anfänglich rein gar nicht für die Idee zu dieser Serie zu begeistern. Zu aufwendig und teuer schien eine mit weit mehr als 100 Sprechrollen besetzte und über Monate andauernde Produktion zu sein.
Diese Befürchtungen schienen sich während der Dreharbeiten auch beinahe zu bewahrheiten, als zwischenzeitlich sogar der Regisseur Dominik Graf kurzzeitig gefeuert wurde oder die Dreharbeiten durch die Gewerbeaufsicht, wegen Überschreiten der Arbeitszeiten, unterbrochen wurden. Der Produktionsfirma "Typhoon" von Ex-RTL-Programmchef Marc Conrad, drohte schon während der Produktion mehrfach das finanzielle Aus. Während der Postproduktion musste die Firma dann tatsächlich Insolvenz anmelden und die Reihe konnte nur mit finanzieller Unterstützung der Öffentlich-Rechtlichen und angeblicher Gagenverzichtserklärung einiger der Darsteller, zum Ende gebracht werden. Die dann fertige und unbestätigten Angaben nach zufolge mehr als zehn Millionen Euro verschlungen habende Produktion, konnte im Fernsehen dann erstmals im Frühjahr 2010 gesehen werden.
Laut dem veröffentlichenden Label "Ascot Elite Home Entertainment", beträgt die Laufzeit der hier vorliegenden, mit vier DVDs bestückten Box ca. 488 Minuten. Neben den zehn Folgen dieser Miniserie selbst findet sich noch ein ca. dreißig Minuten laufendes "Making Of" mit auf der Veröffentlichung. Es sind stimmungsvolle und die Szenerie in ihrer erzählten Geschichte stützende Bilder, die Kameramann Michael Wiesweg eingefangen hat. In der von den DVDs zu erlebenden recht guten Qualität präsentieren sich diese im Bildformat 16:9 anamorph (1.78:1). Dabei können die zur Ansicht kommenden Farben in ihrer Intensität und Natürlichkeit als gelungen gewertet werden. Kontrast wie auch Schärfe finden sich in ihren Einstellungen, mit deren gesetzten Werten, in akzeptablen mittleren Bereichen. Bisweilen wirkt das Bild, mit seinen zum Teil etwas schwachen Schwarzanteilen etwas weich. Im Gesamteindruck kann das von den vier DVDs dieser Veröffentlichung zu erlebende Bild nun zwar nicht als Referenz weisend beurteilt werden, kann aber dennoch, auch mit kleineren Schwächen in sich, durchaus überzeugen.
Die DVD-Menüs zeigen sich in ihrer Gestaltung klar strukturiert und einfach bedienbar gehalten. Sie sind mit einigen Animationen und zu hörender Hintergrundmusik versehen. Über "Alles Abspielen" können direkt aus dem nach Einlegen in den Player zur Ansicht kommenden Hauptmenü heraus, alle der bis zu drei Folgen pro DVD, ohne Unterbrechung "am Stück", zur Wiedergabe gebracht werden.
Aus einer sich in einem separaten Fenster öffnenden "Episodenauswahl", können auch die Einzelfolgen gestartet werden. Es findet sich zwar kein Menü mit einer Kapitelauswahl auf den DVDs dieser Veröffentlichung, jedoch sind innerhalb der einzelnen, jeweils in etwa um die 50 Minuten laufenden Folgen, einige gesetzte Marker. Die vierte DVD bietet neben dem bereits erwähnten "Making of", in welchem an der Produktion beteiligte Darsteller wie auch Macher hinter den Kulissen zu Wort kommen, noch eine Trailershow. Weitere Extras finden sich keine auf der hier vorliegenden Veröffentlichung.
Tonwertung Ein in seinen Dialogen stets gut verständlicher und auch im Gesamteindruck überzeugend gelungener Ton im Format Dolby Digital 2.0 kommt sowohl in einer deutschen wie auch französischen Sprachfassung von den DVDs dieser Veröffentlichung zu Gehör. Er ist stimmig, mit hörbaren Höhen und Tiefen in sich abgemischt. Es wurde darauf geachtet, das gesprochene Wort nach Möglichkeit nicht mit Hintergrundgeräuschen oder Soundeffekten zu überlagern. Nennenswerte Unregelmäßigkeiten oder gravierende Mängel fielen mir nicht während der Ton-Wiedergabe auf. Positiv, da leider noch immer längst nicht Standard, ist die große Anzahl an optional zuschaltbaren Untertiteln, bei der hier vorliegenden Veröffentlichung, zu erwähnen. So bieten die DVDs deutsche, englische, russische, spanische und sogar portugiesische Untertitel an.
Gesamturteil: Dominik Grafs 10-teilige, inmitten des organisierten Verbrechens in Deutschland spielende Thrillerserie, bietet spannungsgeladenes und authentisches TV-Kino der Extraklasse. Die in sich weitläufig verwobene und sich die Zeit für Details nehmende, in diesem Mehrteiler erzählte Geschichte zeigt sich jenseits üblicher Klischees. Eine zudem gelungen aufspielende Darstellercrew und die mit Liebe zum Detail umgesetzte Inszenierung lassen mich eine ganz klare Empfehlung für diese durch die "MFA+ Filmdistribution e.K." veröffentlichte und unter dem Vertrieb von "Ascot Elite Home Entertainment" verlegte DVD-Box aussprechen.