Dank der freundlichen Unterstützung von MORE Entertainment
hier nun eine Rezension der DVD "Lindenstraße - Das komplette 5. Jahr".

Inhalt
Für viele Menschen ist die "Lindenstraße" mit ihren charismatischen Schauspielern mehr als eine gewöhnliche Fernsehserie, sie ist ein Teil ihres Lebens geworden. Die "Lindenstraße" ist das wahre Leben - pur, unverfälscht und dadurch jede Minute spannend...

Anbieter: MORE Entertainment
Genre: Tv-Serie
FSK: 12
Laufzeit: 1560 min.
Medien-Typ: 10 & DVD9
Bildformat(e): 4:3
Tonformat(e): Deutsch Dolby Digital 2.0 Stereo
Darsteller: Ludwig Haas, Hermes Hodolides, Moritz A. Sachs
Regie: Herwig Fischer, Wolfgang Frank, Hans W. Geißendörfer u.a.
Verpackung: Digipak



Bildbewertung:
Endlich ist die Zeit des Wartens vorbei und "MORE Brands and Products" bringt im bekannt halbjährlichen Rhythmus eine weitere Jahresstaffel von Deutschlands wohl mit beliebtester und meistgesehenen TV-Serie zur Veröffentlichung auf DVD. Die Lindenstraßen-Box mit dem kompletten fünften Jahr der Reihe bietet mit den auf ihr befindlichen 52 Folgen abermals bestens unterhaltende 1560 Minuten Serienhandlung, zuzüglich einiger sehr interessanter Bonusmaterialien.

Sofort, mit dem Beginn der Ausstrahlung und der allerersten Folge der Lindenstraße am 08. Dezember 1985, fand die Serie ihren Platz in den Herzen ihrer vielen Zuschauer. Als sozusagen geistiger Vater und derjenige welcher die Idee zum Dauerbrenner "Lindenstraße" hatte, ist es Hans W. Geißendörfer auch, der mit seiner "Geißendörfer Film- und Fernsehproduktion GmbH (GFF)" die Reihe von der ersten Folge an, bis heute (Stand 10.2010), produziert.
Wiederum, wie schon bei den bereits verlegten und im Handel erhältlichen anderen Jahresstaffeln, lagern die zehn DVDs dieser Veröffentlichung in einem mehrfach klappbaren Digipack, welcher in einem ansprechend gestalteten und mit Prägedruck versehenen Schuber seinen Platz zur sicheren Aufbewahrung findet.

Als nette Idee bekommt man mit jeder neuen DVD-Box der Reihe zugleich ein weiteres Stück vom Motiv des "Lindenstraßen-Logos", das sich auf dem Rücken der einzelnen Schuber findet. Nebeneinander aufgestellt kommt so im Laufe der Zeit, der bekannte Schriftzug der "Lindenstraße", auf ca. einem Meter Breite zur Ansicht.
Das fünfte Jahr der Reihe bietet in 52 Folgen wieder jede Menge spannende und höchst abwechslungsreiche Geschichten. Das große Plus der Serie waren und sind schon immer die zur Realität nahe stehenden und erzählten Geschichten in sich, wie aber auch der zeitnahe Bezug zu aktuellen Anlässen innerhalb der einzelnen Folgen. Langweilig oder gar eintönig wird es in keiner der Folgen 209 bis 260, im fünften Jahr der Lindenstraße. Auch hier kommen, in den Folgen von den DVDs dieser Veröffentlichung, einige der die weitere Geschichte der Serie noch bis heute beeinflussenden und immer wieder aufgegriffenen Themen zur Ansicht.
Im fünften Jahr überschlagen sich die Ereignisse wieder geradezu. Wohl einer der größten Aufreger in diesem Jahr war die Trennung von "Helga Beimer" (Marie-Luise Marjan) von ihrem untreuen "Hansemann" (Joachim Hermann Luger). Mit "Andy Zenker" (Jo Bolling) zieht ein allein erziehender Vater in die "Lindenstraße" ein, der gleich vier Kinder mitbringt (eines davon im übrigen vom jungen Til Schweiger gespielt). "Hubertchen" (Robert Zimmerling 1924-2005) verfällt der Spielsucht und "Zorro" (Thorsten Nindel), der vor der Bundeswehr desertiert war, kommt aus dem Gefängnis, um gleich wieder für reichlich Aufregung in der "Lindenstraße" zu sorgen. Hausdrachen "Else Kling" (Annemarie Wendl 1914-2006) bekommt unangenehmen Besuch vom Finanzamt und einige der Bewohner aus der "Lindenstraße" haben es sich zum Ziel gesetzt, aus einem VW-Golf ein Solarmobil zu bauen.

Was mich vom Anbeginn der Serie an immer wieder begeisterte war der stetige Bezug zu aktuellen Ereignissen und der Mut auch unpopuläre Themen mit in die erzählten und zu erlebenden Geschichten in der "Lindenstraße" zu integrieren. Ich erinnere mich noch bestens an den Aufschrei der durch Deutschland ging, als sich zwei Männer zur besten Sendezeit an einem Sonntag, in der "Lindenstraße" küssten. Hans W. Geißendörfer schafft es so brisante Themen wie Homosexualität oder auch Aids, Umweltthemen oder Politskandale offen und ehrlich anzusprechen.
Es lohnt auf jeden Fall sich von und mit den DVDs dieser Veröffentlichung zu einer Reise zurück in die Lindenstraße und die Zeit der Jahre von 1989/90 einladen zu lassen. Neben wachwerdenden eigenen Erinnerungen, gibt es auch ein Wiedersehen mit vielen der aus der Serie ausgeschiedenen oder leider bereits verstorbenen Darsteller. Es ist schön, wenn es bisweilen auch etwas schmerzt, sie alle mit der hier vorliegenden Collectors Box mit dem fünften Jahr der "Lindenstraße", noch einmal erleben zu können.
Laut veröffentlichendem Label "MORE Brands and Products", präsentiert sich das zur Ansicht kommende Bild von den DVDs dieser Veröffentlichung im Bildformat 4:3 Vollbild (1.33:1) mit einer Laufzeit von ca.1560 Minuten. Im Gesamteindruck kann das Bild als den damaligen technischen Möglichkeiten und dem Produktionsalter angemessen gewertet werden. Es entspricht in etwa dem der Ausstrahlung im TV von 1989/90. Die Farben sind recht natürlich und auch gut ausgeprägt. Hin und wieder machen sich Schwächen im Kontrast und in der Schärfe bemerkbar. Bildrauschen oder sonstige Mängel sowohl analoger wie auch digitaler Art, fallen nur relativ wenig und kaum relevant auf.

Wie schon bei den bisherigen Veröffentlichungen der Reihe gibt es auch bei dieser DVD-Box mit dem fünften Jahr wieder einige interessante Extras. So finden sich Audiokommentare von Hans W.Geißendörfer zur Folge 209 und von Horst D. Scheel zur Folge 223 sowie von Christoph Wortberg zur Folge 260 unter den Extras. Sehr informativ sind die zwei extra für diese Veröffentlichung produzierten Interviews. Im ersten spricht Hans W.Geißendörfer ca. 45 Minuten mit Thorsten Nindel, dem Darsteller des "Zorro". Im zweiten Gespräch ist die Darstellerin der "Iffi", die Schauspielerin Rebecca Siemoneit-Barum, mit Hans W. Geißendörfer ca. 48 Minuten am plaudern und man erfährt sehr viel über die Jahre ihrer Zusammenarbeit und die Lindenstraße selbst. Recht vergnüglich geht es in den ca. 15 Minuten gezeigten Outtakes vom Dreh und am Set der "Lindenstraße" zu. Immer wieder ein sehr interessanter Hingucker und Beweis dafür wie die Zeit vergeht, sind die alten Castingbänder. Dieses Mal sind es Franz Rampelmann (Olaf Kling) und Klaus Nierhoff (Christian Brenner), deren Castings zu sehen sind.
Etwas ganz Besonderes ist die speziell für eine 2007 in Frankfurt stattgefundene Konferenz zum Thema Aids gefertigte Sonderfolge der "Lindenstraße". Diese ca. 44 Minuten laufende Episode trägt den Titel "Die Leiden des jungen Benno Zimmermann - Aids in der Lindenstraße 1988" und ist sehr eindringlich und tief bewegend in ihrer Art und Umsetzung.


Tonbewertung:
Ein in seinen Dialogen zumeist gut zu verstehender deutscher Ton im Format Dolby Digital 2.0, kommt gut abgemischt zu Gehör. Er zeigt sich vom klanglichen Volumen, wie auch den Höhen und Tiefen gut ausgewogen und ohne Auffälligkeiten in sich. Erwähnenswerte größere Mängel fielen mir nicht beim zu Gehör kommenden Ton während der Wiedergabe der DVDs auf. Erfreulich, dass hier an Untertitel für Hörgeschädigte und Gehörlose gedacht wurde.

Gesamturteil:
Mit dem fünften Jahr der Lindenstraße als Collectors Edition, bringt das Label "MORE Brands and Products" abermals eine rundum gelungene Veröffentlichung auf den Markt. Die zehn DVDs mit den von ihnen zugleich bestens unterhaltenden wie auch spannend erzählten Geschichten laden ein zu einer Reise zurück in die Jahre 1989/90. Die Reise geht hin zu einem nostalgischen und ab und an auch etwas wehmütigen Besuch in der Lindenstraße, der so fesselnd und gelungen ist, dass man sich schon jetzt auf die Veröffentlichungen der kommenden Jahresstaffeln freut. Von mir an dieser Stelle, aber zunächst einmal, eine ganz klare Empfehlung für die hier vorliegende "Collectors-Box" mit dem fünften Jahr der Lindenstraße.
Das Team von "Fernseh-Serien auf DVD" freut sich, an dieser Stelle, den Lesern und Leserinnen dieser Rezension, einen ganz persönlichen Gruß von der Schauspielerin Marie-Luise Marjan, der Darstellerin der "Helga Beimer" in der Lindenstraße, übermitteln zu dürfen.

Für die Unterstützung bei dieser Rezension bedanke ich mich persönlich recht herzlich bei Frau Marie-Luise Marjan sowie Herrn Wolfram Lotze und der GFF. Mein weiterer Dank gilt Herrn Christian Tsambikakis.
Autor: Torsten
Ein MORE Entertainment Produkt
