Strassenfeger 06: Melissa - Ein Mann namens Harry Brent
Dank der freundlichen Unterstützung von ARD Video hier nun eine Rezension der DVD Box
"Strassenfeger 06: Melissa / Ein Mann namens Harry Brent".
Inhalt
"Melissa"
Mitten in der Nacht erhält der Journalist Guy Foster einen Anruf. Es ist seine Frau Melissa. Mit dem Ehepaar Hepburn war sie bei der Party, die der Rennfahrer Don Page gegeben hatte. Foster wollte lieber arbeiten. Nun sagt Melissa, er soll zu einem entlegenen Treffpunkt kommen. An einem Parkrand sieht Foster ein Polizeiaufgebot stehen ein Polizist hält einen Mantel, den er kennt: Die Tote ist Melissa. Foster selbst wird verdächtig, als sein Nervenarzt Dr. Swanson verrät, dass er Foster psychiatrisch behandelt. Foster wehrt sich radikal gegen diese Behauptung. Dabei gerät er in einen fatalen Strudel aus Widersprüchen. Er fragt sich selbst, ob er noch bei Verstand ist. Inspektor Cameron sieht seinen Verdacht schon bestätigt. Dann bekommt Foster einen Brief in die Hände, der Melissa in ein völlig neues Licht rückt. Was weiß er überhaupt über Melissa und über sich selbst? - Laufzeit: 189 Min.
"Ein Mann namens Harry Brent"
Barbara Smith hatte sich als Sekretärin auf eine Annonce hin beworben. Beim Vorstellungsgespräch richtet sie plötzlich einen Revolver auf ihren künftigen Chef Sam Fielding. Ein Schuss sprengt die Stille im Büro. Sie erschießt ihn. Barbara kommt ins Gefängnis und vergiftet sich dort. Als sie mit dem Tod ringt sagt sie mehrmals den Namen Harry Brent. Wie sich herausstellt, ist Brent mit Fieldings scheidender Sekretärin Jane Conway verlobt. Doch selbst sie weiß nur sehr wenig über den rätselhaften Harry Brent - nur dass er ein kleines Reisebüro leitet. Kriminalinspektor James Wallace hält sich trotzdem an ihn, da er der Schlüssel zu einem Geheimnis zu sein scheint. Doch was hat Brent mit dem Mord am Chef seiner Verlobten zu tun? Als auch Jane Conway spurlos von der Bildfläche verschwindet, überstürzen sich die Ereignisse. Eine überraschende Wendung naht.... - Laufzeit: 180 Min.
Darsteller: Günther Stoll, Siegfried Wischnewski, Erik Schumann u.v.m.
Regie: Paul May, Peter Beauvais
Verpackung: Digipak
Die sechste Box aus der so erfolgreichen Reihe "Straßenfeger", vom Hause "ARD-Video", unter der Veröffentlichung von "ALI!VE", bringt uns ein Wiedersehen mit zwei Klassikern der deutschen TV-Geschichte, nach den Büchern von Francis Henry Durbridge (1912-1998). Wohl kein anderer wie der britische Schriftsteller, Theater-, Hörspiel- und Drehbuchautor Henry Durbridge hatte so maßgeblichen Erfolg an den Filmen, dieser als Straßenfeger bezeichneten Kollektion.
Auch dieses Mal erleben wir wieder zwei spannend und gut inszenierte Krimiklassiker. Mit "Melissa" aus dem Jahre 1966 und "Ein Mann namens Harry Brent" von 1968 kommen mit den DVD`s dieser Veröffentlichung, der Zauber und das Flair der Filme dieser vergangenen Zeit zu uns ins Wohnzimmer. Das alles wieder in und mit einer bestmöglichen und höchst aufwendigen Bearbeitung und Restauration der alten Aufnahmen aus dem Ende der sechziger Jahre, zusammen mit spannenden und informativen Extras.
Der Produktionsbeginn für "Melissa" lag im Jahre 1965. Für Paul May (1909-1979) war es seine zweite Regiearbeit für einen Film nach dem Buch von Henry Durbridge. Bereits beim sehr erfolgreichen Dreiteiler "Die Schlüssel" (auf Straßenfeger Box 2) hatte er die Regie geführt. Auch diese erneute Regiearbeit, für den Film "Melissa", im Auftrag des "WDR", sollte wieder ein großer Erfolg werden. Auch als Dreiteiler produziert, schaffte es "Melissa" an die Erfolge der vorhergehenden Produktionen anzuknüpfen und sorgte bei seiner Erstausstrahlung zwischen dem 10. und 14. Januar 1966, erneut für Einschaltquoten von bis zu 89 %. Selbst der Hamburger Senat verschob damals eine Sitzung, um die Fortsetzung nicht zu verpassen.
Besondere Beachtung fand bei dieser Produktion auch die Filmmusik von Peter Thomas. Diese war über 12 Wochen in den deutschen Charts vertreten und erreichte am 12. Februar 1966 sogar Platz 4.
Für die beiden Hauptdarsteller Günther Stoll (1924-1977) als Guy Foster und Ruth Maria Kubitschek als Melissa Foster, sollte diese Produktion den absoluten Durchbruch als Schauspieler bedeuten.
Beim ebenfalls als Dreiteiler gefertigten zweiten Film "Ein Mann namens Harry Brent" auf dieser DVD – Veröffentlichung, nach Büchern von Henry Durbridge, lag die Regie in den Händen von Peter Beauvais (1916-1986). Der Drehbeginn für diesen Film war im Jahr 1967. Mit "Ein Mann namens Harry Brent" gab der WDR den letzten Schwarzweiß-Durbridge-Film in Auftrag. Ab 15.01.1968 erlebte dieser Dreiteiler seine Premiere beim deutschen Fernsehpublikum. Eine Besonderheit bei dieser Verfilmung ist, dass gleich 3 zur damaligen Zeit sehr bekannte Regisseure in Nebenrollen zu sehen sind. So sieht man Paul Verhoeven als "Sam Fielding" und Helmut Käutner als "Sir Gordon Towns" sowie Niklaus Schilling als Polizeibeamten.
Beide Filme liegen im Bildformat 4:3 Vollbild (1.33:1) auf den 4 DVD`s dieser DVD-Box vor. Sowohl "Melissa" wie auch "Ein Mann namens Harry Brent" bieten mit ihren 2 mal 3 Folgen von ca. je einer Stunde Laufzeit, bei einer Gesamtlaufzeit von 386 Minuten auf der Box, beste und einzigartige Krimispannung der "alten Zeit" pur. Wie schon bei den vorhergehenden Veröffentlichungen der Reihe "Straßenfeger" wurde mit hohem Aufwand der Versuch unternommen, die alten Filmaufnahmen zu restaurieren. Es ist schon vieles technisch möglich, aber eines kann selbst die beste Technik auch nicht schaffen. Es ist die Zeit, die auch sie nicht zurück drehen kann. Die alten Filme haben nun einmal einige Jahre auf dem Buckel und die Möglichkeiten der Aufnahmen waren zum Ende der sechziger Jahre nicht die, welche Filmemacher heute zur Verfügung haben. Insofern befindet sich die Qualität der Bilder auf den DVD`s in einem angemessenen und akzeptablen Zustand, wenn auch nicht in der, von uns doch sehr verwöhnten Fernsehkonsumenten, gewohnten Qualität heutiger neuer Produktionen. Im Gesamteindruck vermag das Bild beider Filme zu überzeugen, auch wenn vom Eindruck her qualitativ das Bild bei "Melissa" frischer und insgesamt besser erhalten wirkt.Durch die Restauration kann das Bild nur verbessert werden und kein neuer Film entstehen.
Wieder wurden nett gemachte DVD - Menüs und Extras für die DVD`s produziert. So wird der Begriff und die Entstehung des Phänomens "Straßenfeger" erläutert. Der Kurzfilm "TV-Juwelen im neuen Glanz" zeigt, welch schon fast unglaublicher Aufwand bei der Restaurierung der alten Filme für die Veröffentlichung auf DVD betrieben wird. Sehr informativ sind auch die beiden Interviews mit dem Komponist Peter Thomas und dem Schauspieler Dirk Dautzenberg mit einer Länge von ca. 45 und 35 Minuten. Diese Interviews wurden von Arild Rafalzik produziert und geführt. Dessen Stil und Umsetzung der Interviews in der Gesprächsführung und der technischen Gestaltung mir persönlich nicht sonderlich zusagen, aber das ist natürlich mein persönlicher Geschmack und jeder kann und soll das für sich selber werten.
Tonbewertung Der Ton für beide Filme liegt im Dolby Digital 2.0 Mono auf den DVD`s vor. Auch hier kann natürlich, trotz größter Bemühungen bei der Ton-Bearbeitung der alten Filme, kein komplett neuer Ton erschaffen werden. Aber es gelingt, die Verständlichkeit der Dialoge zu gewähren, wenn es auch nicht immer einfach fällt, alles zu verstehen. Leider fehlen auch bei dieser Box Untertitel. In Anbetracht, dass sicher auch viele ältere Menschen, Hörgeschädigte oder Gehörlose sich diese Filme ansehen möchten, wäre es wünschenswert, auf kommenden Boxen dieser Reihe Untertitel anzubieten. Gesamturteil Es ist schön, nun auch diese beiden Klassiker einer Fernsehära endlich auf DVD in der hervorragend gemachten "Straßenfeger - Reihe" veröffentlicht zu sehen. Die Qualität der Filme versteht es, auch so viele Jahre nach ihrer Entstehung, noch immer zu überzeugen und sich zu behaupten. Empfehlenswert!