Dank der freundlichen Unterstützung von ARD Video
hier nun eine Rezension der DVD Box
"Strassenfeger 15: Oberinspektor Marek - Die komplette Serie".

Inhalt
Im Birkenwäldchen bei Klosterneuburg liegt die 24 Jahre alte Lilly Preiner – ermordet und eiskalt aus dem Auto geworfen. Sie war eine junge Schönheit - ein „leichtes Mädchen“, naiv und großherzig. Bei der Aufklärung eines gewöhnlichen Diebstahls in einer Fleischerei stößt Mörder-Jäger Marek (Fritz Eckhardt) auf verdächtige Tatsachen: Fleischermeister Greiter, der Kontakt zu dem toten Mädchen hatte, hat einen dunkelroten Punkt auf seiner Schürze…

Anbieter: ARD Video
Genre: Tv-Serie, Krimi
FSK: 12
Laufzeit: 764 min.
Medien-Typ: 4 & DVD9
Bildformat(e): 4:3 (1:33) Vollbild
Tonformat(e): Deutsch Dolby Digital 2.0 Mono
Darsteller: Fritz Eckhardt, Kurt Jaggberg, Elisabeth Rusa, Albert Roland, Liselotte Plauensteiner
Verpackung: Digipak




Auch mit der nunmehr bereits fünfzehnten Box bleibt sich "ARD-Video" und das veröffentlichende Label "Studio Hamburg" unter dem Vertrieb von "AL!VE" treu und bringt abermals einen wahrhaften Straßenfeger vergangener Tage an den Start. Von den vier DVDs dieser Veröffentlichung kommen alle der acht in den Jahren von 1963-1970 durch den ORF produzierten Folgen von "Oberinspektor Marek" zur Ansicht.

Ohne Übertreibung sind die acht Folgen, in denen Oberinspektor Marek zusammen mit seinem Team in mysteriösen Mordfällen und deren Begleitumstände ermittelt, nicht nur Kult, sondern schrieben große Fernsehgeschichte. Über einen Zeitraum von beinahe dreißig Jahren war die Figur und Rolle des "Oberinspektor Marek", als dessen maßgeblichen geistigen Vater wohl Friedrich Redl benannt werden kann, auf den Fernsehbildschirmen präsent. Nach den acht von den DVDs der hier vorliegenden Box zu sehenden Fällen, kam die Figur des "Oberinspektor Marek" ab 1971 dann nochmals, in insgesamt vierzehn Folgen der überaus beliebten und bekannten TV-Reihe "Tatort", zum Einsatz.
Einen wesentlichen Anteil am großen Erfolg der Figur des "Oberinspektor Marek" bei Kritik wie auch bei den Zuschauern muss hier ganz klar seinem Darsteller, dem unvergessenen Fritz Eckhardt (1907-1995) zugesprochen werden. Es war sein fantastisches und einfach nur als genial zu bezeichnendes Spiel, welches die Figur des Inspektors nicht nur prägte sondern buchstäblich zum Leben erweckte. Der österreichische Schauspieler, Autor, Regisseur und Kabarettist Fritz Eckhardt, der in mehr als 100 Filmen mitwirkte, schrieb auch über 200 Film- und Fernsehdrehbücher sowie weitere 30 Theaterstücke. Zu seinen größten beruflichen Erfolgen zählten neben der von ihm verkörperten Figur des "Oberinspektor Marek" unter anderen Filme und Produktionen wie "Radetzkymarsch" (1965), "Hallo...Hotel Sacher, Portier!" (1973/74) oder auch die Serie "Wenn der Vater mit dem Sohne" (1971), um hier nur einige wenige Beispiele anzuführen.

Die Rolle des "Oberinspektor Marek" spielte Fritz Eckhardt mit spürbarer Freude höchst authentisch mit einem herrlich erfrischenden "Schalk im Nacken", wie auch jeder Menge Gemütlichkeit und dem berühmten "Wiener Schmäh" in sich. Als ebenso gelungen dürfen auch die hervorragenden schauspielerischen Leistungen aller anderen Beteiligten an und bei dieser Produktion hier und an dieser Stelle angeführt werden. Das Wiedersehen und Spiel einiger der großen Mimen vergangener Tage, in den acht zu sehenden Fällen dieser Veröffentlichung, sind eine wahre Freude und ein regelrechter Genuss. Namen von Darstellern wie Kurt Jaggberg als "Bezirksinspektor Wirz", Albert Rolant als "Kriminalinspektor Rudi Berntner" oder die der beiden Sekretärinnen "Franzi" (Elisabeth Rusa) und "Susi Wodak" (Liselotte Plauensteiner), sind nur einige wenige derer, die mit ihrem Spiel zu überzeugen wissen. Stammen die Drehbücher zu den kammerspielartig angelegten und zumeist im Studio aufgezeichneten Folgen anfangs noch aus der Feder von Friedrich Redl, so schrieb sich diese, für die letzten vier, Fritz Eckhardt buchstäblich selber auf den Leib.
Von den vier DVDs der Veröffentlichung kommt ein, in Anbetracht der zum Teil weit mehr als vierzig vergangenen Jahre seit Produktion der Reihe, als akzeptabel und angemessen zu bezeichnendes Bild im Format 4:3 Vollbild (1.33:1) und mit einer Gesamtlaufzeit von 640 Minuten zur Ansicht. Natürlich und wohl auch für jeden nachvollziehbar, gibt es qualitative Unterschiede zwischen den einzelnen Folgen, da sich die Produktion über mehrere Jahre verteilt gestaltete. Wie schon bei den vorhergehenden Veröffentlichungen der Reihe "Straßenfeger" wurde mit hohem Aufwand der Versuch unternommen, die alten Filmaufnahmen zu restaurieren.

Es ist schon vieles technisch möglich, aber eines kann selbst die beste Technik nicht schaffen. Es ist die Zeit, die auch sie nicht zurückdrehen kann. Die alten Filme haben nun einmal einige Jahre auf dem Buckel und die technischen Möglichkeiten einer Filmproduktion, waren Mitte der sechziger Jahre nicht die, welche Filmemachern heute zur Verfügung steht. Insofern befindet sich die Qualität der Bilder von den DVDs in einem angemessenen und akzeptablen Zustand, wenn auch nicht in der, von uns doch sehr verwöhnten Fernsehkonsumenten, gewohnt hohen Qualität heutiger neu entstandener Filmproduktionen, was aber wohl auch niemand erwarten dürfte.
Wie schon beim Cover kommen auch die DVD-Menüs bei dieser Veröffentlichung wieder passend bereits zuvor veröffentlichter Boxen der Reihe "Straßenfeger" zur Ansicht. Mit einigen stimmungsvollen Animationen und der im Hintergrund zu hörenden Titelmusik der Serie sind die DVD-Menüs übersichtlich und einfach zu bedienen. Auf jeder der vier DVDs finden sich jeweils zwei Folgen in Spielfilmlänge. Die Möglichkeit alle Folgen einer DVD "am Stück", also hintereinander und ohne Unterbrechung abspielen zu können, besteht nicht. Ein Kapitelmenü kommt nicht zur Ansicht, jedoch sind die einzelnen Episoden in sich mit einigen Markern versehen.
Jede der vier DVDs dieser Veröffentlichung bietet Bonusmaterial. Neben einigen Programmtipps und Trailern zu weiteren DVD-Veröffentlichungen innerhalb der Reihe "Straßenfeger", kommt das eigentliche Highlight der Extras von den beiden ersten DVDs. Von diesen sieht man aufgeteilt in zwei Teile, ein sehr gelungenes insgesamt ca. 84 Minuten dauerndes Gespräch eines sehr sympathischen Fritz Eckhardts mit Franz Ferdinand Wolf. Das Gespräch wurde1988 durch den ORF im Theater in der Josefstadt aufgezeichnet. Hier erfährt man neben vielen privaten aus und über das Leben von Fritz Eckhard auch sehr interessantes aus seinem beruflichen Werdegang und Wirken. So zb. auch, dass Fritz Eckhard die Legende Walt Disney persönlich kennenlernte und beinahe als Autor bei diesem in Amerika, wohin er als Halbjude vor den Nazis geflohen war, geblieben wäre.


Tonbewertung
Ein zumeist gut verständlicher deutscher Ton im Dolby Digital 2.0 Mono, kommt von den DVDs dieser Veröffentlichung zu Gehör. Auch an ihm ist die vergangene Zeit seit der Produktion der Serie nicht spurlos vorbei gegangen. Rauschen und auch ein zum Teil leichtes Brummen und Knacken im Ton sind vorhanden, aber in Anbetracht des Alters der Reihe in durchaus zu akzeptierender Intensität und Auffälligkeit. Die Musik zu dieser Serie stammt von Norbert Pawlicki sowie Kurt Werner. Untertitel finden sich leider keine auf den DVDs dieser Veröffentlichung.

Gesamturteil
Eine auch heute, mehr als vierzig Jahre nach ihrer Produktion, noch immer wunderbar unterhaltende und stimmig in ihrer Inszenierung überzeugende TV-Serie, kommt mit dieser DVD-Box durch "ARD-Video" und dem veröffentlichenden Label "Studio Hamburg" unter dem Vertrieb von "AL!VE" zur Veröffentlichung. Spannende und intelligent in Szene gesetzte Kriminalfälle, mit genau der richtigen Dosis Humor und Wiener Charme, gepaart mit einer grandios aufspielenden Darstellercrew überzeugen hier auf ganzer Linie. Geradezu spürbar durchzieht der nostalgische Zeitgeist der Sechziger diese Reihe. Was hier zur Ansicht kommt, ist schon mehr wie nur TV-Kult, es ist Fernsehgeschichte der ganz besonderen Art und ein höchst sehenswertes TV-Serien-Erlebnis.
Autor: Torsten

Ein ARD Video Produkt.
