Dank der freundlichen Unterstützung von ARD Video hier nun eine
Rezension der DVD Box "Strassenfeger 19: Kommissar Freytag".
Inhalt
Der äußerst charismatische Kommissar Freytag hat es in seinen Fällen mit den unterschiedlichsten Straftaten von Erpressung über Raub bis Mord und Totschlag zu tun. Zu Freytags Team gehören sein Assistent Peters sowie der Kriminalbeamte Junkermann und Inspektor Steinauer. Interessante Hinweise liefern auch die Laborchemiker Dr. Kamberger und später Dr. Stephan. Zu Hause wird Freytag von Ehefrau Hilde und seiner Tochter Franziska unterstützt.

Anbieter: ARD Video
Genre: Tv-Serie, Krimi
FSK: 12
Laufzeit: 800 min.
Medien-Typ: 4 & DVD9
Bildformat(e): 4:3 (1:33) Vollbild
Tonformat(e): Deutsch Dolby Digital 2.0 Mono
Darsteller: Konrad Georg, Willy Konrad, Rolf Schimpf, Reinhard Glemnitz
Regie: Michael Braun, Hans Stumpf
Verpackung: Digipak





Die Krimiserie Kommissar Freytag ist nicht nur eine beliebige Serie unter vielen. Die aus dem Jahr 1963 stammende Krimiserie ist der Vorläufer der deutschen TV-Krimis.
In insgesamt 39 Folgen, von denen 37 Folgen veröffentlicht wurden, ermittelte Kommissar Freytag rund um München jeweils 25 Minuten (bis Folge 14 nur 21 Minuten). Die durchweg spannenden Geschichten schrieb Bruno Hampel, dessen Handschrift Kultserien wie „Der Kommissar“, „Der Alte“ , „Derrick“ und sogar „Tatort“ prägte.

Die Machart erinnert stark an die zu dieser Zeit sehr erfolgreiche Edgar Wallace Reihe, wenn bereits im Vorspann ein nicht zu identifizierender Mann begleitet von eindringlicher Musik nachts durch einen unheimlichen Stadtteil läuft, der Fokus auf die überlauten Schritte des Mannes gelenkt wird, nur um ihn dann am Ende einer Treppe ins Licht treten zu lassen und als Kommissar Freytag zu enttarnen.
Trotz des hohen Alters von mehr als 40 Jahren, ist die Bildqualität außerordentlich gut. Dies liegt vor allem daran, dass Veröffentlichungen aus der Strassenfeger-Reihe digital restauriert wurden. Erfreulicherweise wurde dies so dezent durchgeführt, dass keine Verfälschungen des Bildeindrucks durch die Bearbeitung entstehen. Auch wenn einzelne Verschmutzungen und Beschädigungen des Ausgangsmaterials auf diese Weise noch zurückbleiben, fallen diese kaum störend ins Gewicht und müssen als altersbedingt unvermeidbar eingestuft werden. Insbesondere TV-Serien mit einem Alter von deutlich über 40 Jahren, sind technisch bedingt nicht mehr in perfektem Zustand.
Überraschend gut fallen Bildschärfe, Helligkeit und Kontrast aus. Andere Schwarz-Weiß-Produktionen leiden häufig unter Schärfe- und Kontrastproblemen. Aufgrund guter Bildbearbeitung wurden diese Probleme vermieden, soweit es das Ausgangsmaterial erlaubte. Typische Schwierigkeiten überstrahlender und damit erheblich störender weißer Flächen bleiben daher ebenfalls aus. Das Bild erscheint insgesamt durchgehend ausgewogen und in sich stimmig.
Die Inszenierung ist für die endenden 60er Jahre typisch ruhig und einfach. Weder gewaltige Actionszenen, noch Kamerafahrten oder dergleichen lenken von der Handlung ab. Die Handlung verläuft ruhig und behäbig, die Auflösung der Fälle erfolgt jedoch laufzeitbedingt sehr schnell und in einer ruhigen Erzählweise. Auch die Schauplätze sind einfach gehalten. Abgesehen von wenigen Außenaufnahmen rund um München, spielt die Handlung überwiegend in für die Zeit typischen Wohn- und Büroräumen.
Das Menü der DVDs erlaubt die Auswahl zwischen den einzelnen Krimifolgen und Werbefilmen über die Straßenfeger-Reihe. Das Menü ist einfach und funktional, aufgrund der Animation aber sehr ansehnlich. Für Fans der Reihe besonders erfreulich ist die Konstanz der optischen Gestaltung des Menüs über die ganze Reihe.

Tonbewertung
Der Ton liegt im Format Dolby Digital 2.0 Mono vor. Zeittypisch wurde dieses Format aufgrund der recht einfachen Endgeräte als völlig ausreichend ausgewählt. Aufgrund der ruhigen und dialoglastigen Erzählweise fällt dem Zuschauer die Einfachheit des Tones kaum auf. Lobend zu erwähnen ist’s daher auch, dass auf technische Erweiterung des Tonformates durch Neuabmischung verzichtet wurde. Sprachauswahl ist naturgemäß nicht vorhanden, auf Untertitel wurde verzichtet.
Die Dialoge sind gut zu verstehen, auch wenn zeittypisch in vielen Szenen Musik als Mittel zur Steigerung der Dramaturgie eingesetzt wird. Aus heutiger Sicht eher ungewohnt, würde gerade Krimis der 60er Jahre ein wichtiges Element fehlen, welches das Flair der Filme ausmacht. Und wenn auch die Musik zeitweise etwas zu laut wirkt, ist gerade dieser Umstand schon bei Produktion der Serie beabsichtigt gewesen und daher keinesfalls der Veröffentlichung zuzuschreiben.
Insgesamt dürfte der Ton zwar deutlich basslastiger ausfallen, jedoch ist dies ein häufig auftretendes Phänomen, welches wohl auf der in dieser Zeit gängigen Aufnahmetechnik zuzuschreiben ist. Daher kann das Tonerlebnis als altersgemäß sehr gut eingestuft werden.

Gesamturteil
Kommissar Freytag ist das Urgestein des deutschen Fernsehkrimis, das an Spannung auch aus heutiger Sicht nichts verloren hat. Auch wenn Kommissar Freytag sicherlich heute im Vergleich zu anderen Fernsehkrimis etwas altbacken wirken mag, macht es nicht zuletzt aufgrund der erstklassigen Besetzung Spaß, die Ursprünge des deutschen Krimis zu Verfolgen. So kann man etwa einen noch unbekannten Rolf Schimpf als Tatverdächtiger bewundert werden, der später mit „Der Alte“ seine eigene Krimiserie bekommen soll. Nicht zuletzt aufgrund der nur kurzen Laufzeit von unter einer halben Stunde bekommt der geneigte Krimifan die perfekte Unterhaltung für zwischendurch.
Autor: Christian

Ein ARD Video Produkt.
