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  Teil 3 - Glienicker Brücke & Diplomatie im Mauerschatten
 

                  Dank der freundlichen Unterstützung der rbb media GmbH
             hier nun eine Rezension zur 3. DVD der "Berliner Mauer Edition"
                      "Glienicker Brücke & Diplomatie im Mauerschatten".


     
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Inhalt



Die Glienicker Brücke verbindet seit dem 17. Jahrhundert die Havelufer zwischen Berlin und Potsdam. Im Jahr 1962 nutzen Amerikaner und Russen die Brücke zum ersten Mal für den Austausch von gefangenen Agenten. Erst 24 Jahre später, 1985 und 1986, wurden auf der Brücke wieder Häftlinge übergeben. Auch der russische Dissident Anatoli Schtscharanski wurde dort gegen einige KGB-Agenten ausgetauscht. Mit diesem Handel rückte die Brücke endgültig in den Blick der Weltöffentlichkeit. Unter den Augen der internationalen Medien inszenierten die Amerikaner Schtscharanskis Freilassung als moralischen Sieg des Westens. Obwohl in der langen Geschichte der Glienicker Brücke bei nur drei Anlässen insgesamt 38 Agenten ausgetauscht wurden, ist sie bis heute in aller Welt als "Agentenbrücke" bekannt.



Diplomatie im Mauerschatten. Der Grundlagenvertrag von 1973 war die Basis für die Einrichtung von "Ständigen Vertretungen" der Bundesrepublik in Ostberlin und der DDR in Bonn. Von 1974 bis zum Oktober 1990, dem Tag der Deutschen Einheit, spielten sie ihre Rolle in den innerdeutschen Beziehungen. Die Dokumentation lässt Äußerungen von Zeitzeugen aus Ost und West, Alltag und Geschichte der Berliner "StaV" wieder lebendig werden. Günter Gaus, der erste Leiter, sowie seine Nachfolger Klaus Bölling, Hans-Otto Bräutigam und Franz Bertele sind nur einige der Zeitzeugen, die zu Wort kommen. 
                   

Anbieter: rbb media GmbH

Genre: Dokumentation

Ländercode :  0

Altersfreigabe : (FSK) o.A.

Laufzeit :  186 min.

Produktionsland : Deutschland

Produktionsjahr : 1963

Veröffentlichungstermine : 28.02.2009   [ Verkauf ]

Medien-Typ: 1 & DVD9

Bildformat(e): 4:3 (1:33) Vollbild

Tonformat(e): Deutsch Dolby Digital 2.0                     

Verpackung: Slim-Digi
                           

     
                           


Bildbewertung
Die Berliner Mauer – "Glienicker Brücke" & "Diplomatie im Mauerschatten" (Dritter Teil der DVD-Edition)

Anlässlich des 20jährigen Jubiläums des Mauerfalls, veröffentlicht der "rbb" in Zusammenarbeit mit dem "Tagesspiegel" unter "S.A.D. Home Entertainment" einige der beeindruckendsten und besten Dokumentationen zu diesem Thema. Die Dokumentationen werden beginnend mit dem Bau der Mauer, die Entwicklungen auf beiden Seiten der Mauer bis hin zu ihrem und dem verschwinden der DDR sowie dem Danach, begleiten.

Mit Beginn des Jahres 2009 wird jeden Monat eine neue DVD dieser Reihe zur Veröffentlichung gebracht. In einer der Ausgaben wird sich auch ein gedruckter Stadtplan mit dem Verlauf der Mauer befinden. Die Dokumentationen zeigen historische Originalaufnahmen, aber auch Interviews mit Zeitzeugen und aktuelle Bilder. So entsteht mit dieser Reihe ein Abbild der politischen Ereignisse während der 28 Jahre, zwei Monate und 28 Tage, welche die Mauer stand und darüber hinaus. Sie berichten über und zeigen menschliche Schicksale, geglückte und gescheiterte Fluchtversuche, Häftlingsfreikäufe und von der friedlichen Revolution in der DDR, sowie dem Beginn eines neuen Lebens nach dem Mauerfall.

 

Auf der vorliegenden dritten Veröffentlichung innerhalb dieser sehr gelungenen DVD-Edition, kommen zwei wieder höchst interessante und  beeindruckende Dokumentationen zur Ansicht. Der Themenschwerpunkt der beiden Dokumentationen "Glienicker Brücke" und "Diplomatie im Mauerschatten", liegt inhaltlich in der Berichterstattung und Analyse der Welten der Agenten und Diplomaten. Dabei gelingt es beiden Dokumentationen ein geschichtliches Zeitzeugnis jener Zeit der Mauer und des kalten Krieges zu zeichnen, dass zugleich über Hintergründe aufklärt und berichtet, aber auch mahnend erinnert und zugleich diesen Abschnitt deutscher Geschichte, für nachfolgende Generationen festhält.

Mit der Ersten der beiden Dokumentationen, unter dem Titel "Glienicker Brücke", entstand im Jahr 2006 durch die "AstFilm Productions" im Auftrag des RBB, eine ca. 45 Minuten laufende Dokumentation über ein Symbol der deutschen Teilung, welches selbst heute noch weltweit als "Agentenbrücke" bekannt ist. Oft auch als "Letzte Hoffnung der Spione" bezeichnet liegt die maßgebliche Bedeutung dieser Brücke vielmehr in der Symbolik ihrer Lage, verlief doch zu Zeiten der Mauer genau in Ihrer Mitte der Grenzstrich zwischen der DDR und Westberlin.

War das Passieren und die Nutzung der Brücke mit Mauerbau im Jahre 1961 für den zivilen allgemeinen Publikumsverkehr, aufgrund der kompletten Sperrung der Brücke nicht mehr möglich, so erfolgte bereits 1962 zwischen den Russen und Amerikanern ein erster Austausch von gefangen genommenen Agenten. Erst viele Jahre später, in den Jahren 1985 und 1986 erfolgten weitere Übergaben von Häftlingen auf der "Glienicker Brücke", wobei sich der DDR "Star-Anwalt" Wolfgang Vogel (1925-2008) wieder einmal, als Unterhändler der DDR bei diesen von Seiten der DDR so genannten "Häftlingsfreikäufen", hervortat. 

So kommt die "Glienicker Brücke", die bereits seit dem 17. Jahrhundert Berlin mit Potsdam verband, im Laufe ihrer Geschichte bei den insgesamt nur drei stattgefundenen Anlässen, auf gerade einmal 38 ausgetauschte Agenten. Dennoch erlangte sie in den Zeiten des Kalten Krieges höchste Beachtung in der Weltöffentlichkeit, als ein Zeichen der Trennung zwischen Ost und West.

 

Die zweite Dokumentation "Diplomatie im Mauerschatten" ist ein Werk von Sissy von Westphalen, aus dem Jahr 2005. Hier geht es in den ca. 43 Minuten die diese Dokumentation läuft, um die ständige Vertretung der Bundesrepublik Deutschland, die ihren Sitz seit 1974, auf Basis des 1972 abgeschlossenen Grundlagenvertrags beider deutschen Staaten, in Berlin Mitte hatte. Bewusst vermied man von Seiten der BRD aus den Begriff "Botschafter" für den dort beschäftigten Amtsleiter, hätte das ja bedeutet, die DDR in ihrer vollständigen staatlichen Souveränität anzuerkennen, was allein schon aufgrund des Wiedervereinigungsgebotes im Grundgesetz nicht möglich war.

So beschränkten sich die Aufgaben dieser diplomatisch mit der unverfänglichen Bezeichnung "Ständige Vertretung" bezeichneten Einrichtung auf die Interessenvertretung der BRD auf dem Gebiet der DDR und umfasste in ihren vielfältigsten zu erledigenden Aufgaben von der Familienzusammenführung über die Häftlingsbetreuung, bis hin zu Erbschaftsangelegenheiten und das Aushandeln von Abkommen mannigfaltigste Bereiche der deutsch-deutschen Politik.

Eine bedeutende höchst brisante Rolle spielte die Vertretung auch als Zufluchtsort für ausreisewillige Bürger der DDR. Als diese erstmals 1975 in der Vertretung Zuflucht suchten und es 1984 und 1989 zu regelrechten Massenbesetzungen durch Ausreisewillige kam, entwickelte sich eine politisch höchst brisante und angestrengt wirkende, spannungsgeladene politische Situation zwischen der BRD und der DDR.

                            

Das Bild dieser DVD unter rein technischen Maßstäben und Gesichtspunkten zu bewerten wäre unangebracht und ist auch nicht in einer Gesamtaussage möglich. Zu unterschiedlich sind die zur Ansicht kommenden Bilder bei dieser Veröffentlichung. So sind den heutigen technischen Möglichkeiten entsprechende Bilder genauso zu sehen wie über mehrere Jahrzehnte alte Filmaufnahmen oder Schulungsfilme des MfS. Ein jeder wird sicher das Verständnis aufbringen, dass besonders die älteren Filmaufnahmen nicht mehr unseren heute gewohnten Standards entsprechen können. Sicher machen sich die mal mehr oder auch weniger vorhandenen Mängel in den Bildern bemerkbar. Aber viel wichtiger wie ein perfekt restauriertes Bild und Ton, sind doch die Zeitzeugnisse, die diese Aufnahmen in sich und ihrer Aussage haben und vermitteln.

In ihrer Gestaltung zeigen sich die Menüs der vorliegenden dritten Veröffentlichung in dieser Reihe, passend zu den bereits verlegten beiden anderen DVDs. Nach Einlegen und dem Start der DVD, kommt ein Hauptmenü zur Ansicht, von welchen aus die gewünschte Dokumentation zur Wiedergabe gestartet werden kann. Weiterhin kann über dieses Menü die Tonauswahl und falls gewünscht, Untertitel ausgewählt werden. Ein Kapitelmenü kommt nicht zur Ansicht, jedoch sind die Dokumentationen mit Kapitelmarkern versehen, die während der Wiedergabe der DVDs angewählt werden können. Als Extra findet sich leider nur der Trailer zur DVD-Edition auf der DVD dieser Veröffentlichung.

 


Tonbewertung
Positiv und unbedingt erwähnenswert ist, dass für beide Dokumentationen dieser Veröffentlichung sowohl ein deutscher wie auch englischer Ton im Format Dolby Digital 2.0 zur Anwahl bereit steht. Der Ton ist in beiden Varianten immer gut verständlich und zeigt keine nennenswerten Auffälligkeiten. Ebenfalls können zu beiden Beiträgen deutsche sowie englische Untertitel optional angewählt und zur Ansicht gebracht werden.

Gesamturteil:
Auch diese dritte DVD innerhalb der Reihe "Die Berliner Mauer", bietet mit ihren ca. 90 Minuten Laufzeit  wiederum ein beeindruckendes zeitgeschichtliches Zeugnis über eine Epoche der Geschichte der Deutschen, in der sie sich so nah und doch so fern waren. Vor allem die vielen Zeitzeugen aus Ost und West, vermögen mit ihren lebendig und authentisch erzählten Geschichten über diese Zeit, dem Zuschauer ein verständliches und nachvollziehbares Bild dieser Zeitepoche zu zeigen. Top-Empfehlung für diese sehr gelungene und sehr informative Veröffentlichung aus dem Hause "RBB-MEDIA" und "S.A.D. Home Entertainment".


Autor: Torsten


    

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